Gramona: La Cuvee Aliances Brut Corpinnat 2022

Gramona: La Cuvee Aliances Brut Corpinnat 2022

BIO

Limitiert

Zum Winzer

Xarello 63%, Macabeo 32%, Parellada 5%
weiß, trocken
Flaschengärung
Perlend
12,0% Vol.
Trinkreife: 2026–2038
fruchtbetont
exotisch & aromatisch
Lobenberg: 94/100
Galloni zu 2021: 92/100
Penin zu 2021: 92/100
Spanien, Katalonien, Penedes
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
La Cuvee Aliances Brut Corpinnat 2022

94
/100

Die Trauben wurden handverlesen, sortiert und als ganze Trauben vorsichtig gepresst, wobei dann eben nur 50 % des Saftes gewonnen werden, der bessere Vorlauf eben. Ein Teil des Weins reifte nach der spontanen ersten Gärung in Eichenfässern, bevor er in die Flaschen zur zweiten Gärung gefüllt wurde. Bei Gramona wird dazu immer ein Naturkork verwendet. Nach 24 Monaten auf der Hefe wurde der Wein mit einer minimalen Dosage degorgiert. In Nase und Mund gleichzeitig eine tolle Frische und eine saftige Tiefe versprühend. Reifer, roter Apfel, gelbe Birne, dazu noch einen Hauch Rhabarber. Deutlich weniger reife Exotik als andere Weine des Hauses, eher vibrierende Rassigkeit zeigend. Dezente Brioche- und Butterkeks-Noten, fein geriebene Haselnuss, vielleicht ein kleiner Touch Brennnessel und Fenchel. Im Mund zuerst überwältigend cremig, dann zieht sich einer feiner Säurefaden über die Zunge nach hinten und nimmt anschließend den Mundraum ein. Warme Zitrusfrucht, Limette, Orange, sogar ein Hauch Mandarinensüße. Feinste Bitteraromen von Orangenzesten und Apfelkernen. Unfassbar saftig im Antrunk, wahnsinnig pikant und vibrierend am Gaumen, die Flasche wird zügig geleert. Macht einfach große Freude und kann sich in diesem Preisbereich weltweit messen. Brillanter Einstieg bei Gramona.

Jahrgangsbericht

Da ich als zuständiger Weinscout inzwischen einen Teil meiner Jahreszeit in Spanien verbringe, bin ich über Wetter und Klima vor Ort permanent gut im Bilde. Trockenheit, Hitze, wenige guten Regenfälle vor allem in den ersten 4 Monaten. Weil es im Winter wie auch im März April satt Regen gab, war die Basis für den trockenen Sommer perfekt. Und Wärme gab es auch zum Austrieb und auch zur Blüte, sich wie ein roter Faden bis zur Ernte ziehend. Dazu erstaunlich kühle Nächte im Mai, Juni, Juli und August, aber ein eher warmer trockener Spätsommer und Herbst. Die Story der großen Trockenheit wurde mir von jedem Winzer immer wieder erzählt. Und diese Story ist oft baugleich zu Bordeaux, das ja oft die gleiche Wetter- und Klimageschichte wie alle mittleren und östlichen Nordregionen Spaniens über das Jahr hat. Selbst die atlantischen frühen September-Unwetter und Regenmengen in Bordeaux und der Rioja bleiben seit dem Klimawandel oft aus, fast immer kann jetzt im September und Oktober in Ruhe bis zum optimalen Erntezeitpunkt gewartet werden. Die Ernte wurde nach etwas glücklichem kleinen Regen im Juli und August somit teilweise über 6-8 Wochen gestreckt. Die absolute Besonderheit in 2022 war aber auch in Spanien der kontinuierliche Verlauf der Trockenheit und Hitze und die relativ kühlen Nächte über das sommerliche Weinjahr. Die Reben waren 2022 perfekt assimiliert an das Klima. Trotz der Hitze war nichts gekocht, die Laubarbeit und Bodenbearbeitung der Winzer war dem Klima über die Jahre perfekt angepasst, eine perfekte Anpassung der Reben fand statt, war ganz anders als im von plötzlichen Hitzewellen dominierten Schock-Jahr 2003 mit schlecht präparierten Winzern und Weinbergen. Und auch 2022 gibt es, wider Erwarten von uns Laien, trotz oft hoher Alkoholgradationen eine erstaunliche Frische in den Weinen. Tiefe PH-Werte sind die Regel, die Biodynamiker sprechen von den tiefsten je gemessenen Werten. In Zusammenhang mit oft hohen Tanninlevel, hoher Reife, satter samtig seidiger Frucht, hohem Alkohol und zugleich famoser Säure, sprechen viele Winzer vom besten Jahr ihrer Geschichte (Oxer, Artadi und Cuentavinas), und das von der Rioja bis Ribera, vom Priorat bis Bierzo. ALLE Regler nach rechts! Und es gibt 2022 eine grandiose Harmonie und Balance und sensationelle Finesse und Feinheit. Wie in Bordeaux. Nach meiner Verkostung kann ich das durchaus in vielen Fällen bestätigen, obwohl es auch 2021 hochinteressante, oft sogar aufregendere und energiegeladenere Weine und oft sogar präzisere Weine gab. Für mich selbst war, von Einzelfällen abgesehen, 2021 und 2022 bei absolut verschiedenem Charakter eher auf gleicher Höhe, manchmal sogar mit leichtem Vorteil bei 2021. Wer z.B. 2022 bei so viel Feinheit zu viel neues Holz einsetzte oder die Weine zu lange im Holz ließ, konnte die Weine mit ihrer samtigen Seidigkeit auch mal zu »nett«, zu holzlastig und auch manchmal etwas belanglos ausfallen lassen. 2021 hatte klar mehr Druck und Wucht, um neues Holz wegzudrücken. Und wie in Bordeaux gilt auch in Spanien: Die besten Terroirs und alten Reben waren 2022 dramatisch im Vorteil und die Biodynamiker hatten »das Jahr der Jahre«.

Verkostungsnotiz
92
/100

Galloni zu 2021 über: La Cuvee Aliances Brut Corpinnat

The 2021 Extra Brut La Cuvée Aliances is 63% Xarel·lo, 32% Macabeu and 5% Parellada from Corpinnat, Penedès. It was aged a minimum of 24 months on the lees (the bottle tasted had 34 months). Subtle tertiary aromas, pastry notes, lime, mandarin zest and grated apple open in the glass. The mousse is fine and lively, with an ethereal, dry palate that lingers with gentle autolytic complexity. A true expression of Corpinnat with a refined finish.

Verkostungsnotiz
92
/100

Penin zu 2021 über: La Cuvee Aliances Brut Corpinnat

Leuchtendes Strohgelb. In der Nase feine Hefen, blumig, Kräutersäckchen und ausdrucksvoll. Im Mund schöne Säure, feine Perlen und ausgewogen.

Mein Winzer

Gramona

Seit 1850 wird in der Familie bereits Wein gemacht. Heute ist Gramona zweifelsohne einer der qualitativ überragendsten und imagemäßig bedeutendsten Schaumweinhersteller Spaniens. Das traditionsreiche Schaumweingut befindet sich gerade im Übergang zur ultra-talentierten sechsten Winemaker-Generation.

La Cuvee Aliances Brut Corpinnat 2022