Giuseppe Mascarello: Barolo Monprivato 2021

Giuseppe Mascarello: Barolo Monprivato 2021

Zum Winzer

Nebbiolo 100%
rot, trocken
14,5% Vol.
Trinkreife: 2028–2050
tanninreich
voluminös & kräftig
seidig & aromatisch
Lobenberg: 99–100/100
Galloni: 97/100
Italien, Piemont
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Barolo Monprivato 2021

99–100
/100

Monprivato liegt in Castiglione Falletto, in einer 7 Hektar großen Lage, die zu 95 Prozent im Alleinbesitz des Weinguts Giuseppe Mascarello ist. Die Lage ist seit Jahrhunderten bekannt, wurde aber dennoch erst 1970 als Einzellage erwähnt und separat etikettiert. Zu fast 100 Prozent Kalkstein mit etwas Kreide, Süd- und Südwest-Exposition – das Hammer-Terroir für Komplexität, Eleganz und Feinheit! Die Lage Villero bezeichnet das Weingut als fein, Santo Stefano als reichhaltig und kräftig und Monprivato als mystisch. Anders kann man sie auch gar nicht bezeichnen. Im Edelstahl vergoren mit langem Schalenkontakt, anschließender Ausbau in großen Holzfässern von 6.500 Litern. Traditionell eben. Alle Giuseppe Mascarello Barolo bleiben 36 Monate im Holzfass und sie werden immer erst ein Jahr später probiert und auf den Markt gebracht als die Barolo Weine der Nachbarn. Langsame Weine voller Emotionalität; der Berater und Önologe ist der gleiche wie bei Giacomo Conterno. Obwohl das Weingut in Monchiero beheimatet ist, liegt der Weinberg in Castiglione Falletto, direkt unter dem Bricco Boschis von Cavallotto. Allerdings etwas geschützter, etwas wärmer als jener. Wenn man mit dem Auto von Alba nach Castiglione Falletto hochkommt, gleich noch vor dem Ortsanfang rechts wieder runter in Richtung Brovia. Dieser Weinberg und dieser Ort, Castiglione Falletto, stehen beide für kraftvolle, maskuline Weine. Der Monprivato ist ein Barolo der anderen Art und es gibt nur noch wenige Erzeuger, die diese Art Barolo erzeugen. Dagegen ist selbst ein Giacosa ein Modernist! Zartes, leuchtendes Rubinrot mit einem Hauch Orange. Die Nase ist intensiv und duftig, zugleich ist sie wunderbar charmant. Viele tänzelnde, frische und getrocknete Kräuter wie Salbei, Majoran, auch etwas Himbeerstrauch und zarten darüber schwebenden weißen Blüten. Würzige weiße Lakritz, eine Brise erfrischender Orangenabrieb mit fein verwobenen Aromen roter Johannisbeeren, Erdbeeren und Herzkirschen. Alle Aromen sind so herrlich zart schwebend, dabei auch von genialer Präzision und Vielschichtigkeit geprägt. Das ist eine sagenhafte Feinheit in Weinform aus einem der größten Jahrgänge des Jahrhunderts. Auch im Mund hat dieser Monprivato eine schwebende Aura! In wunderbarer Feinheit gleiten die reifen Tannine in pudriger, feiner Textur über die Zunge. Der Wein bleibt im Mund präzise und rotfruchtig mit erfrischenden Johannisbeeren und Gariguette-Erdbeeren. Der Wein hallt in Wellen lange nach – auch wenn man nach dem Schlucken mit den Gedanken schon einen Schritt weiter geht, kommt er nochmal zurück und fordert den absoluten Fokus ein! Die Textur der Tannine erinnert an nasse Kreide und legt im Nachhall rote Kirschen und in perfekter Präzision frei. Ein schwebendes Wein-Monument im Stil eines eleganten und doch tiefgehenden Vosne-Romanée. Burgundische Finesse, perfekte Intensität und Balance sind der Inbegriff dieses genialen Monprivato. Etwas linearer, definierter und zugleich zarter als der immens saftige 2020er in diesem jungen Stadium war, ist der Wein eine Nummer größer. Dennoch, wie gesagt, tänzelnd, schwebend und doch auch beeindruckend anhaltend. Ein Traum aus Wein!

Jahrgangsbericht

2021 ist DER Jahrhundertjahrgang im Piemont, der von Anfang bis Ende derart perfekte Bilderbuch-Bedingungen lieferte, wie es nur ganz, ganz selten der Fall ist. Viele Winzer sprechen bei 2021 sogar vom besten Jahrgang ever! Der Winter 2020 war nass und kalt, er füllte die Wasserreserven der Böden mit ausreichend Regen und Schnee auf. Ein idealer Start für den Jahrgang 2021. Durch die regelmäßige Entwicklung der Vegetation in den Weinbergen waren die Monate April, Mai und Juni relativ entspannt in den Weinbergen zu bearbeiten. Nur wenige Winzer waren von Frost betroffen, der ihren Ertrag reduzierte. Nach der Blüte entwickelten sich ziemlich überall gleichmäßig auf die Weinstöcke verteilte Trauben in guter Konzentration. Zu Beginn des warmen Sommers fiel genau die richtige Menge Niederschlag in regelmäßigen Abständen. Erst im Spätsommer begann eine lange, trockene Durststrecke für die Reben, die bis 2023 andauerte. 2021 gab es keinerlei Hitzespitzen und die regelmäßig warmen Tagestemperaturen wurden im Spätsommer mit kühlen Nächten ausgeglichen. Insgesamt sind die durchschnittlich wärmeren Temperaturen – die laut vieler Winzer generell seit 2017 spürbar angestiegen sind – das Haupt-Unterscheidungsmerkmal zum großen Jahrgang 2016. 2021 zeigt sich dadurch in den Weinen mit mehr Frucht und »Fleisch auf den Rippen« als 2016. Die konzentrierten Trauben erreichten eine perfekte Phenol- und Zuckerreife. Sie konnten kerngesund unter idealen Bedingungen gelesen werden. Nebel am Morgen, sonnige Tage und kühle Nächte. Die Nebbiolo liebt diese großen Temperaturunterschiede zwischen den Tages- und Nachttemperaturen ganz besonders, deshalb ist die Balance der Weine dieses Jahr so herausragend und beeindruckend. Die Konzentration der reifen Tannine im Zusammenspiel der schicken Säure und berauschend reifer, saftiger Frucht ist schlichtweg phänomenal! 2021 ist ein perfekter Jahrgang, den kein Piemont-Fan verpassen sollte.

97
/100

Galloni über: Barolo Monprivato

The 2021 Barolo Monprivato is a wine of pure and total sensuality. Crushed flowers, wild red berry fruit, orange peel, mint and white pepper all grace this delicate, nuanced Barolo. The 2021 is naturally an infant, but its balance is sublime. It's one of the most refined young Monprivatos I can remember tasting.

Mein Winzer

Giuseppe Mascarello

Die Familie Giuseppe Mascarello, vorher Mauro Mascarello, kann auf eine 150-jährige Tradition im Weinbau zurückblicken. Richtig berühmt wurden sie durch die genialen Weine der Monopollage MONPRIVATO in Castiglione Faletto.

Barolo Monprivato 2021