Dieser Toscana Rosso wird aus einer drei Hektar großen Lage gewonnen, die der erfahrene Önologe Carlo Ferrini mit den perfekt zum Terroir passenden Sangiovese-Reben bepflanzt hat. Die Reben sind ungefähr zehn Jahre alt und stehen auf 400 Höhenmetern in perfekter Südost-Exposition auf kieshaltigen Böden. Manchmal ist es erstaunlicherweise so, dass junge Reben Weine mit einer besonderen Spannung und Energie hervorbringen – so wie hier. Der La Quinta wird zwölf Monate lang ausgebaut: zur Hälfte in 700, 2.500 und 2.700 Liter fassenden Eichenfässern und zur anderen Hälfte in »Cocciopesto«-Amphoren. Dieses spezielle Steingut ermöglicht eine Mikrooxidation, die der des Ausbaus im Holzfass nicht unähnlich ist, ohne dabei Geschmack abzugeben. Nach weiteren sechs Monaten Flaschenlager kommt der Wein auf den Markt. Mittleres, brillant leuchtendes Granatrot mit extrahierten Tränen am Glasrand. Die Nase vereint vielschichtige Aromen mediterraner Kräuter wie Rosmarin und Thymian, Blutorange und Orangenabrieb sowie eine elegante Reduktion, die sich in Form einer dezent rauchigen, graphitartigen Steinigkeit präsentiert. Frisches Fleisch und luftgetrockneter Schinken, rotes Leder, getrocknete gelbe Blüten und tief brummende braune Gewürze wie Nelken, Piment, Muskatnuss und ein Hauch Vanille. Insgesamt ist dieser Jahrgang beim bloßen Riechen ultrawürzig. Der erste Schluck und ich reiße die Augen auf: Wow – krasse Spannung aus knackiger roter und schwarzer Kirsche, dazu etwas rote Johannisbeere! Die frische Säure des Weins harmoniert mit den samtigen, geschliffenen Tanninen. Dezent bittere Noten, sogar etwas Bitter Lemon mit getrockneten Kräutern auf Schwarzkirsche, Cassis und Brombeere sowie Cranberry und Sauerkirsche. Der La Quinta hat eine geniale Fruchtklarheit und zudem eine beinahe drahtseilartige Sangiovese-Spannung und graziöse Frische. Hinter dem Weingut Giodo steckt mit Carlo Ferrini der wohl berühmteste und erfahrenste Önologe Italiens – dieser Wein ist ein klarer Beweis seiner Klasse.