Im Nonnenberg stehen die ältesten Reben des Weingutes, die nur noch wenig Ertrag bringen, aber Theresa bringt es nicht übers Herz sie zu roden. Sie sind in den 1950er Jahren gepflanzt. Es ist auch klar die kühlste Lage in Breuers Portfolio. 1993 war der erste Jahrgang für den Nonnenberg von Theresas Vater Georg. Die Lage ist etwas abseits des Kerngebietes um Rüdesheim. Theresa sagt, es ist immer eine Reise dorthin, obwohl es natürlich nicht weit ist, aber die Weinreben umgeben sie eben nicht, wie die der Lagen in Rüdesheim. Allein deshalb ist es ein besonderer Ort für sie. Vergärung und Ausbau im großen alten Holzfass, immer unberührt auf der Vollhefe bis zur Füllung. Sehr simpel, ein minimalistischer Ansatz. Der Nonnenberg ist zwar eine Monopollage an einem Stück, dennoch wird er nicht an einem Tag gelesen, sondern sehr gestaffelt, um genau die richtige Reife zu finden. Der Jahrgang erinnert etwas an die kühle Kraft von 2008 oder 2004. Ein leises Jahr, das erst hintenraus mit Reife richtig aufdrehen wird. Im Weingut Breuer feiert man den kühlen Jahrgang 2024, weil er genau in den Stil des Hauses passt. Und gerade Rüdesheim tut sich in ultratrockenen Jahren immer etwas schwerer, daher ist ein Jahr mit mehr Regen wie 2024 schon etwas entspannter. Die Alkoholgrade sind super moderat, perfekt für Riesling, knackig und straff ausgelegt, aber reif, nicht extrem. Der Nonnenberg ist sehr filigran, kühl, schwebend. Limettenzeste, Tonic Water, Pfefferminze, Menthol. Ultrafrisch und sehr, sehr schick. Er ist puristischer und noch kristalliner und leichtfüßiger als der etwas tiefere Schlossberg. Eine kühle Salzexplosion im Mund. Also genau, was Theresa liebt. Ein Riesling, der die Seele des Rheingaus so schön ausdrückt, wie kaum ein anderer.