Georg Breuer: Riesling Rauenthaler Nonnenberg Monopol 2024

Georg Breuer: Riesling Rauenthaler Nonnenberg Monopol 2024

Weinclub

Limitiert

Zum Winzer

Riesling 100%
weiß, trocken
12,0% Vol.
Trinkreife: 2030–2054
mineralisch
frische Säure
Lobenberg: 97–100/100
Suckling: 97/100
Mosel Fine Wines: 98/100
Galloni: 96/100
Deutschland, Rheingau
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Riesling Rauenthaler Nonnenberg Monopol 2024

97–100
/100

Lobenberg: Im Nonnenberg stehen die ältesten Reben des Weingutes, die nur noch wenig Ertrag bringen, aber Theresa bringt es nicht übers Herz sie zu roden. Sie sind in den 1950er Jahren gepflanzt. Es ist auch klar die kühlste Lage in Breuers Portfolio. 1993 war der erste Jahrgang für den Nonnenberg von Theresas Vater Georg. Die Lage ist etwas abseits des Kerngebietes um Rüdesheim. Theresa sagt, es ist immer eine Reise dorthin, obwohl es natürlich nicht weit ist, aber die Weinreben umgeben sie eben nicht, wie die der Lagen in Rüdesheim. Allein deshalb ist es ein besonderer Ort für sie. Vergärung und Ausbau im großen alten Holzfass, immer unberührt auf der Vollhefe bis zur Füllung. Sehr simpel, ein minimalistischer Ansatz. Der Nonnenberg ist zwar eine Monopollage an einem Stück, dennoch wird er nicht an einem Tag gelesen, sondern sehr gestaffelt, um genau die richtige Reife zu finden. Der Nonnenberg wirkt wie immer kühler als der Rüdesheimer Berg, die Trauben haben etwas mehr um die Reife kämpfen müssen. Ich mag den Nonnenberg sehr, weil er etwas straffer ist als die Rüdesheimer Lagen, die Säurefrische vibrierender, etwas karger und bissiger. Zitronenabrieb, weiße Blüten, Flint, das Ganze wirkt sehr fest verwoben und im Vergleich zu den sehr expressiven Ortsweinen und Terra Montosa eher in sich gekehrt, noch reduktiv zurückgenommen, ruhig und sehr auf dem Gestein laufend. Also genau, was Theresa liebt. Ein Riesling, der die Seele des Rheingaus so schön ausdrückt wie kaum ein anderer.

Jahrgangsbericht

»Here comes the rain again…« – das Weinjahr 2024 war rasant und aufwühlend. Eine deutlich kühlere Vegetationsperiode mit wechselnden Regen- und Trockenphasen forderte die Winzer heraus. Der frühe Austrieb im April wurde von heftigen Spätfrösten abgelöst, die Ahr, Nahe, Nordbaden, Saar und Ruwer besonders hart trafen und zu teils dramatischen Ernteausfällen führten. Viel Manpower, bedingungsloser Einsatz und sorgfältige Selektion waren entscheidend. Die besten 2024er Weine zeigen eine bemerkenswerte Finesse mit überraschend viel Stoffigkeit und schlanker Kraft. Der kühlere Ausdruck erinnert an die präzisen Klassiker 2016, 2008, 2004 und 2002. Sie sind extrem klar gezeichnet und definiert und besitzen häufig mindestens ein Volumenprozent weniger Alkohol als die Vorjahre. Umso überraschender ist die Substanz und innere Dichte, die durch ausgiebige Sommerniederschläge und eine langsame Reifung bis in die kühlen Nächte der späten Lese ermöglicht wurde. Die Trauben erreichten enorm hohe Extraktwerte, die mit 2023 konkurrieren. »Die schönsten Aromen gedeihen im Schatten.« wie Florian Lauer immer sagt. Die Säuren sind »nordisch-straff« und vibrierend, aber reifer und weniger einschneidend als im “krachenden” 2021. Die Weine bieten eine genussvolle Cremigkeit, ohne ihr elektrisierendes Rückgrat zu verlieren. Der 2024er ist ein harmonischerer und feinerer Jahrgang als ebenfalls kühlere 2021, zudem ist es aromatisch in einem klassischeren und schlankeren Profil angesiedelt als die »Vollgas-2023er«. Bei vielen Weinen wurde ein Level erreicht, das mit dem Benchmark-Jahrgang 2023 mithalten kann, auch wenn die Mengen besonders bei den Großen Gewächsen teils sehr gering sind. Es gibt so viele wunderschöne, filigrane, saftig-dichte und auch richtig lecker-delikate Weine in diesem Jahr. Und das kann in dieser Leichtigkeit und finessenreichen, athletischen Form heute eben fast nur noch in Deutschland so geerntet werden. Franken glänzt mit exzellenten Silvanern mit kühlem Saft und eleganter Stoffigkeit. An Mosel-Saar-Ruwer wurde im restsüßen Bereich von Kabinett bis Auslese absolute Weltklasse geerntet, trotz mancherorts verheerender Frostschäden. Die Nahe glänzt 2024 nicht nur mit Riesling in ultrafokussierter Manier, sondern auch mit Burgundern dieses Jahr – genau wie die Südpfalz! Der wärmeren Mittelhaardt steht ein kühleres Jahr immer mehr als gut. Von Christmann über Bürklin bis Winning ist das der Stoff aus dem Riesling-Träume sind. In Rheinhessen hat wohl der Rote Hang sein Jahr der Jahre, so viele Mega-GGs nach den schwierigen Trockenjahren dort ein Segen… wow!

97
/100

Suckling über: Riesling Rauenthaler Nonnenberg Monopol

-- Suckling: The saline intensity of this wine at the compact finish is so extraordinary that it distracts from all the flinty and citrus-zest excitement up at the front! Serious concentration, yet so bright and dynamic on the medium-bodied palate. The mineral-citrus whiplash, right at the end, may be too much for some. From organically grown grapes with Fair'n Green certification. Drink from release.

Verkostungsnotiz
98
/100

Mosel Fine Wines über: Riesling Rauenthaler Nonnenberg Monopol

-- Mosel Fine Wines: The Nonnenberg Monopol 2024, as it is referred to on the front label, is a bone-dry wine fermented and matured for 11 months in old Stückfass (1,200-liter oak barrel) and Halbstückfass (600-liter oak barrel). It will be commercially released in spring 2026. This offers a quite splendid and complex nose of lime tree, orange blossom, acacia, may tree, acacia, lavender, cassis, and thyme, the whole actually gaining in freshness as it gets more airing as wild spices and spearmint kick in. The wine proves even more impressive on the palate as it catches one’s attention with plenty ofzesty and herbal elements. The intensity and energy are huge, underlined by quite some dry extract and presence, without any undue power. The finish is bone-dry in taste, very long, and vibrating. This is a breathtaking, pure Riesling.

96
/100

Galloni über: Riesling Rauenthaler Nonnenberg Monopol

-- Galloni: The 2024 Riesling Rauenthaler Nonnenberg shimmers with notes of tangerine peel and juicy, ripe yet tart fruit. The palate, however, turns to stony austerity. This has beautiful citric tension, linearity and poise. Yes, there is something uncompromising now, but this will blossom. Its bone-dry finish shows the way with clarity, purity and poise. (Bone-dry)

Mein Winzer

Georg Breuer

Bernhard Breuer zählte zu den ganz großen Vordenkern des Deutschen Weinbaus. Das eigentliche Ausmaß seines Wirkens zeigt sich erst eine Generation später. Breuer war einer, der für Deutschlands Weine lebte und deren Potenzial frühzeitig erkannte.

Riesling Rauenthaler Nonnenberg Monopol 2024