G.D. Vajra: Barbera d'Alba Superiore 2022

G.D. Vajra: Barbera d'Alba Superiore 2022

BIO

Zum Winzer

Barbera 100%
rot, trocken
14,5% Vol.
Trinkreife: 2024–2036
fruchtbetont
pikant & würzig
seidig & aromatisch
Lobenberg: 93/100
Parker: 94/100
Suckling: 93/100
The Wine Independent: 94/100
Italien, Piemont
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Barbera d'Alba Superiore 2022

93
/100

Lobenberg: Dieser Barbera wird von Vajras ältesten Rebstöcken gemacht, das heißt Mini-Erträge, aber dafür von ausgezeichneter Qualität. Der Weinberg »Bricco Bertone« ist in Signo, also außerhalb des Barolo Gebietes gelegen. Geologisch gehört der Weinberg, auf dem auch die Lage Falletto gelegen ist zu Serralunga. Carlo Vajra, der Ururgroßvater von Giuseppe Vajra, pflanzte die Reben dort bereits 1949. 1971 haben die Vajras auf biologische Bewirtschaftung umgestellt. Damals war das noch revolutionär, und erfolgte gegen alle Widerstände der damals massiv agierenden Chemieindustrie. Nach über 50 Jahren Bio-Bewirtschaftung, ist das Weingut mit einer unglaublichen Biodiversität der Flora und Fauna gesegnet, nicht nur im Weinberg, sondern auch in den angrenzenden Wiesen und Feldern. Der Barbera Superiore wird spontan, das heißt mit wilden Hefen, im Stahltank vergoren und reift anschließend für 16 Monate in großen slawonischen Fässern. Mittleres Violett mit Magenta Rand. Sauerkirsche, Schwarzkirsche, Vanilleschote und ein Hauch Marzipan. Dann Veilchen und lila Blumen. Nicht einer dieser ultra-reichhaltigen Barbera, sondern – ganz im Vajra Stil – voller Finesse und Eleganz und dennoch ausreichend Bums. Die dezente Würze des Weins ist mega-spannend und faszinierend. Fast betörend duftig! Auch im Mund knackig und erfrischend, trotz der 15 Prozent Alkohol. Frisch geerntete, dunkle Frucht. Cassis, schwarze Johannisbeere und etwas Pflaume. Ein leichtes, samtiges und weiches Tannin gleitet über die Zunge. Und am Ende kommt wieder dieser verführerisch, verträumten Blumenduft. Das ist ein extrem vielschichtiger Wein. Echt schick!

Jahrgangsbericht

2022 war in ganz Europa ein von Hitze und Trockenheit geprägter Jahrgang. Im Piemont fiel bereits im Winter 2021 kaum Schnee, und es regnete lediglich im Mai und dann wieder im August in sehr kleinen Mengen, was ein wenig zur Erleichterung der Reben beitrug. Vom Austrieb bis zur Lese verlief die Wachstumsperiode ungefähr zwei bis drei Wochen früher als im Durchschnitt. Dieses Jahr war also von extremem Wetter gezeichnet, aber glücklicherweise war es sehr regelmäßig und konstant heiß und trocken – vom Austrieb bis zur Weinlese während des »Indian Summer« – und es gab keine Hitzespitzen. Da die Trockenheit nicht plötzlich eintrat, bildeten die Reben dementsprechend kleinere Blätter und weniger Trauben aus. Vielleicht kamen sie deshalb so erstaunlich gut mit diesen erschwerten Bedingungen klar, weil sie sich seit dem Frühling langsam an diese Situation »gewöhnen« konnten.2022 kann unmöglich generalisiert werden, und jeder Wein verdient es, einzeln betrachtet zu werden. Die etwas kühleren Höhenlagen im Piemont sind häufig auch von durchlässigeren Böden geprägt und dieses Jahr aufgrund der Trockenheit deshalb nicht automatisch besser. So sind 2022 ton- und lehmhaltige Böden mit besserem Wasserhaltevermögen deutlich vorteilhafter als sandigere. Die sonst »besten« Cru-Lagen zeichnen sich durch ihre besonders »perfekte« Ausrichtung zur Sonne und somit noch wärmeren Temperaturen aus. Auch das Alter der Reben und die Herangehensweise jedes Weinguts in den Weinbergen konnte einen entscheidenden Unterschied machen. Wurde durch sanftes Entblättern der Sonnenschutz gewährleistet und die Böden nicht unnötig durch Pflügen geöffnet, was zum stärkeren Verdunsten von Wasser führt, hatten es die Reben bedeutend leichter. Aufgrund der Trockenheit bestand kein Krankheitsdruck, es gab weder Pilzkrankheiten noch Fäulnis, was die Arbeit während der Wachstumsperiode auch erleichterte. In Summe brachten die berühmtesten Lagen 2022 nicht automatisch die besten Weine hervor, wohl aber die kühleren und lehmigeren Böden mit gutem Wasserspeicher der »alten« Terroirs aus Castiglione, Serralunga und Monforte d’Alba, teilweise auch Verduno. 2022 ist laut Aussage von Luca Currado-Vietti vom qualitativen Potenzial her riesig, im Ergebnis aber wegen zweier fehlender Regenschauer im August und September und zwei Grad zu hoher Spitzentemperatur haarscharf unterhalb eines Jahrhundertjahrgangs hängen geblieben. Die Winzer, die viel Zeit in die Weinberge investierten und zudem bereits vor oder bei der Lese gnadenlos aussortiert haben, brachten die beeindruckendsten Weine hervor. Was nicht perfekt oder gar vertrocknet war, gelangte gar nicht erst in den Gärtank. Im Durchschnitt bedeutet das 15 bis 40 Prozent kleine Erträge gesunder und konzentrierter Trauben. Im Keller musste aufgrund des höheren Verhältnisses von Traubenschalen zum Saft sanft extrahiert werden; der Ausbau erfolgte oft ein paar Monate kürzer als sonst und somit etwas reduktiver, um die Frische der Weine zu bewahren.Der Jahrgang 2022 hat einen wunderbaren »Überraschungseffekt«, denn wer überreife Weine erwartet hat, wird das Gegenteil im Glas finden! Die Trockenheit bremste. Aber seit im Jahrgang 2003 ebenfalls Hitze auf Trockenheit traf, haben die Winzer viel dazu gelernt. Was bereits bei den Bordeaux Primeur Proben des Jahrgangs 2022 deutlich wurde, stimmt auch im Piemont: In der Spitze kann 2022 enorm was! Die Weine sind so konzentriert wie 2017, aber mit deutlich mehr Frische ausgestattet. Aromatisch sind sie herrlich intensiv und bereit, eine unwiderstehliche Performance abzuliefern. Die Struktur der Tannine hängt dabei von den oben genannten Faktoren ab. Es gibt strukturiertere Weine, die aber durch ihre Fruchtbalance dennoch meist durchaus harmonisch sind. Ich versichere, dass mit Offenheit ausgestattete Nebbiolo-Liebhaber dieses Jahr mit der ein oder anderen Neuentdeckung belohnt werden, denn 2022 gibt es durchaus viele hervorragende und gar überragende Weine im Piemont, auch wenn 2021 sicher über alle Regionen gesehen harmonischer und gleichmäßiger in seiner Weltklasse rüberkam.

94
/100

Parker über: Barbera d'Alba Superiore

-- Parker: Offering a level of aromatic clarity and elegance that is not always easy for this grape, the G.D. Vajra 2022 Barbera d'Alba Superiore Viola delle Viole has beautiful aromas of earthy iris, gentle oak spice, toasted allspice and a very ripe or soft quality of fruit. It all balances out smoothly to the senses. The tannins are tucked softly within that texture to good effect, giving support but no harshness. This is a well-made Superiore with both intensity and balance. 94/100

93
/100

Suckling über: Barbera d'Alba Superiore

-- Suckling: This wine has an exuberant nose of crushed blueberries, spices, cedar and a subtle hint of tile. On the palate it’s full-bodied with compact, precise tannins. There is a balanced and lovely interplay between the vibrant fruit, focused tannins and lively acidity. Sensibly made Barbera. Drink now.

Mein Winzer

G.D. Vajra

Zwischen La Morra und Barolo gelegen, sitzt das familiengeführte Weingut Vajra auf den blaugrauen Mergelböden des Tortoniums, die duftige Eleganz und florale Finesse in den Weinen befördern. Der perfekte Ausdruck des Bodens kann aber nur gelingen, wenn die Weinberge darauf eingestimmt sind. Familie...

Barbera d'Alba Superiore 2022