Ein neues, sehr starkes Statement aus dem Hause Frank John! Der »Aus den Gärten« stammt aus einem alten, gartenartigen Weinberg in Haardt, dem ehemaligen Bischofsgarten, mit schweren, sehr kalkhaltigen Tonböden aus. Alte Reben, wie immer genaueste Handarbeit, über zwei Jahre in einem einzelnen Tonneau ausgebaut und im Dezember 2024 komplett ohne Filtration abgefüllt. Die Nase ist sofort da und zieht einen total in den Bann, hocharomatisch und dennoch extrem fein: Feine gelbe, warme Würze von Quitte, reifer Zitrone, Butterblume und kandiertem Ingwer, dazu eine ganz subtile ätherische Note – ein Hauch Bergamotte, Estragon-Öl und Salbei. Darunter liegen zarte Röstaromen und viel Steinigkeit. Regennasser Kalk, etwas Hefewürze und diese ruhige, elegante Holzspur des Tonneaus. Alles ist verwoben, nichts laut, nichts vordergründig. Ein in der Aromatik so unheimlich einzigartiger Riesling. Stilistisch schwer zu greifen und würde einen deshalb blind vor große Herausforderungen stellen – ein bisschen Chenin Blanc, ein bisschen Chardonnay, ein bisschen Riesling. Sehr spannend! Man riecht förmlich den Spaziergang durch den Garten… Am Gaumen dann Textur und Ruhe. Knochentrocken, aber unglaublich geschmeidig, fast schwerelos. Die Frucht wirkt mild, klar und präzise, getragen von einer feinen, nachhaltigen Tanninstruktur und einer vibrierenden Salzigkeit. Gesalzene Zitrone, wieder Quitte, gelber Apfel und Aprikose. Der Wein gleitet förmlich über den Gaumen, wirkt filigran und gleichzeitig ernsthaft und konzentriert, aber ohne jegliche. Kein Druck über hohe Säure, sondern enorm viel Spannung über Struktur – und das bei diesem moderaten Alkoholgehalt. Irre! Auch im Abgang lang, ruhig, salzig und sehr fokussiert. Ungewöhnlicher Riesling, der eben nicht über klassische Lautstärke kommt, sondern über Finesse, Textur und innere Spannung. Ein wirklich spektakulärer Neuzugang bei Familie John.