Das ist Frank Johns Antwort auf die großen Prestige-Champagner, das enorm beeindruckende Flaggschiff unter den Sekten vom Hirschhorner Hof. Die Zahl -100- steht dabei für mindestens 100 Monate Hefelager auf der Flasche. Dieses Meisterstück wird immer nur in sehr geringer Stückzahl produziert, vom 2012er gibt es gerade einmal 210 Flaschen. Spontane Gärung und Ausbau des Grundweins im gebrauchten Barrique. Die zweite Gärung erfolgt, wie bei John üblich, ebenfalls ohne Zugabe von Hefe, sondern nur durch frischen Traubenmost der darauffolgenden Ernte. Im Frühjahr 2022 degorgiert, wurde ihm anschließend noch etwas Ruhe auf der Flasche gegönnt. Das braucht dieser Sekt auch, denn man sollte nicht unterschätzen, dass das im Grunde ein großer Terroirwein ist, der wie jeder Stillwein dieses Formats auch etwas Reifezeit benötigt. Die Nase zeigt nicht ansatzweise die Noten eines gereiften Rieslings, sondern eine unglaubliche Frische und Klarheit. Sauerteigbrot und sehr helle, kalkige, salzige Noten zu Beginn. Austernschale und Jod wie von einer frischen Meeresbrise. Amalfizitrone und gelber Apfel, durchaus auch rauchig unterlegt, geröstete Nüsse, Salbeibutter und Akazienhonig. Große Tiefe bereits in der Nase ausstrahlend. Am Gaumen dann rassig und zupackend, ultrakristallin und salzig-mineralisch. Reife Zitrusfrucht mit Melisse gespickt, dazu diese ganz feine Perlage, die fast cremig daherkommt. Insgesamt wirkt dieser Sekt einfach sehr weinig und besticht weder durch vordergründige Frucht, noch durch spitze Säure wie manch anderer Rieslingsekt, sondern erinnert in seiner cremig-kalkigen Gelassenheit eher an einen großen Blanc de Blancs. Man mag Vergleiche anstellen, aber im Endeffekt ist der Brut 100 einfach ein sehr eigenständiger Vertreter seiner Klasse – einer sehr hohen Klasse. 98/100