Der Vater von Winzer Valter Fissores’ Frau Elena Cogno hatte bereits vor dem Umzug des Weinguts nach Novello eine geleaste, alte Barbera Pre-Phylloxera-Lage, von der er absolut begeistert war. Durch den Umzug verloren die Cognos den Vertrag tragischerweise, aber Valter suchte unermüdlich nach Ersatz, und seit 2010 konnte er eine neue 3.000 Quadratmeter große Pre-Phylloxera-Lage in Berri, unweit von La Morra, auf 550 Höhenmetern mieten. Barbera wurde früher oft in den »besten«, das heißt in den wärmsten Lagen, gepflanzt und heute sind diese oft zu reichhaltig und ergeben alkoholische Weine. Valters neue Lage ist durch die Frische der Höhenlage also eine absolute Besonderheit. Der Ertrag dieser zum Teil über 130 Jahre alten, wurzelechten Reben ist winzig und nur ungefähr 1.500 Flaschen werden abgefüllt, das ist entweder ein großes Fass oder drei 500 Liter Tonneaux pro Jahr. Die Nase hat überhaupt nichts mit Barbera und Piemont zu tun. Beim ersten Riechen am Glas denkt man zuallererst an Syrah mit Carignan und ein bisschen Grenache aus dem Priorat. Tiefdunkle Kirschen und Pflaumen mit würziger Lakritz, schwarzem Pfeffer, etwas Vanille und Veilchen. Eine zart zarte Reduktion brummt in Form der rauchigen Schiefer-Mineralität in dunklen Tönen aus dem Glas. Im Mund trifft erfrischende Sauerkirsche und rote Pflaume, aber auch Brombeere auf die Zunge – dieser Wein singt vor Spannung und Präzision. Diese beinahe geradlinige Frische geht in Richtung frischer Maulbeeren mit aromatischen Noten von Veilchen und verführerischer dunkler Schokolade und einem Hauch Teer. Reife, kugelrund geschliffene Tannine breiten sich auf der Zunge aus. Das ist mit großer Sicherheit eine der ernsthaftesten, tiefsten und würzigsten Barbera, die ich kenne – serious stuff! Ein Wein, der im Mund gar nicht wieder aufhören will, er hallt minutenlang nach.