Der Rüncot ist eine Lage, die zwischen Chiniera und Ginestra Casa Maté liegt, direkt unterhalb des Weinguts in perfekter Südausrichtung. Mineralstoffreicher Sand und einer idealen Kombination aus dem Kalkstein des Gavarini Chiniera und dem Tonboden des Casa Maté. Die perfekte Kombination der beiden anderen Weine des Weinguts. Die Lage zieht sich von 450 Metern runter bis auf 300 Meter, ein ganz schmaler Streifen alter Reben, die nur im Durchschnitt jedes zweite Jahr einen eigenen Wein ergeben: 2001, 2004, 2006, 2007, 2013, 2015, 2016, 2019, 2020 und 2021. In den Jahren dazwischen geht der Wein komplett in den einfachen Nebbiolo des Hauses, niemals in einen der beiden Lagen-Barolo, um sie nicht zu verfälschen. Diese alten Reben werden dann nur mit Mini-Erträgen von drei kleinen Trauben pro Stock ausgelesen. Die Trauben werden komplett entrappt, bis auf das letzte kleine Krümelchen, dann geht es in die extrem lange Gärung und Mazeration von zwei Monaten oder sogar mehr. Der Ausbau geschah in der Vergangenheit zu 100 Prozent in neuen Barriques für satte vier Jahre, ab 2019 ff. aber nach 2 Jahren in gebrauchtem 500 Liter Tonneau, diese Reduktion von neuem Holz bekommt dem Wein sehr gut, das ist für mich nochmal ein Quantensprung in Finesse. Danach reift der Wein für weitere zweieinhalb Jahre auf der Flasche, bevor er in den Verkauf kommt. Der Wein erscheint also erst im siebten Jahr nach der Lese. Tiefes, leuchtendes Rubinrot. Eine betörende, dunkle, dichte und unendlich tiefe, schiebende Nase. Reife Pflaumen und Schwarzkirschen sind verwoben mit Teer, würzigem Leder, frischem Fleisch, erdigem Waldboden, Lakritz sowie unendlich vielen braunen, brummenden Gewürzen wie Nelke und etwas Nelkenpfeffer. Im Mund steht diesem Rüncot die wunderbare Saftigkeit des hedonistischen Jahrgangs 2020 perfekt! Saftige, tiefe, dichte, dunkle Schwarzkirschen mit würzigem Lakritz und kubanischem Tabak, sowie auch einer präzisen, lange anhaltenden Salzigkeit auf der Zunge. Die vielen Tannine sind dieses Jahr rund und reif und haben selbst in dem sonst so erbarmungslos schiebenden, monumentalen Monster-Wein eine saftig geschliffene Qualität. Die Struktur hat nichts mit der krassen Dichte an Tannin des letzten Jahrgangs 2016 zu tun, auch die Reduktion des neuen Holzes hilft, denn hier ist die Frucht einfach nochmals um ein Vielfaches saftiger, opulenter und intensiver – sie reißt die vielen Tannine einfach mit! Reife Erdbeeren und Himbeeren legen sich im langen Nachhall auf die Zunge. 2016 ist ein intensiver Wein der monumentalen Struktur für 10 Jahre Wartezeit, 2020 ist dafür ein charmanter Wein der trotz der hohen Intensität und Tannindichte in komprimierter Finesse über die Zunge schreitet. Grandiose Power, die gezähmt werden kann, weil einfach alle Komponenten im Wein so perfekt ausgeglichen sind. Großer Stoff!