Dr. Hermann: Pinot Noir 2024

Dr. Hermann: Pinot Noir 2024

Pinot Noir 100%
rot, trocken
13,5% Vol.
Trinkreife: 2028–2038
saftig
seidig & aromatisch
Lobenberg: 93/100
Parker: 94/100
Deutschland, Mosel Saar Ruwer
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Pinot Noir 2024

93
/100

Je hälftig aus dem Kinheimer Rosenberg und dem Zeltinger Himmelreich. Spontane Vergärung und Ausbau in französischen Barriques der Tonnellerie Rousseau, rund 50 Prozent Neuholzanteil. Die gebrauchten Fässer sind von namhaften Burgunder-Domaines wie Dujac und Co. Christian Hermann hat für seine Pinot Noirs ein bisschen Consulting von Jost, dem ehemaligen Weingutspartner von Hanspeter Ziereisen mit dem Projekt Jost & Ziereisen in Basel. Christian Hermann sucht einen Pinot Noir-Stil, der sehr nah an seinen Rieslingen ist, also voller Spannung. Ein genialer Pinot Noir mit viel saftig-süßer Kirsche, etwas mehr Herzkirsche als Sauerkirsche in diesem Jahr, ein bisschen Himbeermark, Veilchen, sehr duftig, sehr schön. Im Mund wahnsinnig viel Drive und Energie, die Stöcke stehen in diesen Schieferhängen sehr karg und das überträgt sich Eins zu Eins in den Wein mit dieser steinigen Finesse. Das ist ein ganz zarter, aber dennoch kraftvoll-mineralischer Pinot Noir. Wow, ich bin wirklich baff, wie großartig die Pinot Noirs von Christian Hermann sind. Er hat ja erst 2020 angefangen, aber die Sprünge schon in den ersten Jahren sind atemberaubend. Das ist ein hochfeiner Schiefer-Terroirwein vom Feinsten.

Jahrgangsbericht

»Here comes the rain again…« – das Weinjahr 2024 war rasant und aufwühlend. Eine deutlich kühlere Vegetationsperiode mit wechselnden Regen- und Trockenphasen forderte die Winzer heraus. Der frühe Austrieb im April wurde von heftigen Spätfrösten abgelöst, die Ahr, Nahe, Nordbaden, Saar und Ruwer besonders hart trafen und zu teils dramatischen Ernteausfällen führten. Viel Manpower, bedingungsloser Einsatz und sorgfältige Selektion waren entscheidend. Die besten 2024er Weine zeigen eine bemerkenswerte Finesse mit überraschend viel Stoffigkeit und schlanker Kraft. Der kühlere Ausdruck erinnert an die präzisen Klassiker 2016, 2008, 2004 und 2002. Sie sind extrem klar gezeichnet und definiert und besitzen häufig mindestens ein Volumenprozent weniger Alkohol als die Vorjahre. Umso überraschender ist die Substanz und innere Dichte, die durch ausgiebige Sommerniederschläge und eine langsame Reifung bis in die kühlen Nächte der späten Lese ermöglicht wurde. Die Trauben erreichten enorm hohe Extraktwerte, die mit 2023 konkurrieren. »Die schönsten Aromen gedeihen im Schatten.« wie Florian Lauer immer sagt. Die Säuren sind »nordisch-straff« und vibrierend, aber reifer und weniger einschneidend als im “krachenden” 2021. Die Weine bieten eine genussvolle Cremigkeit, ohne ihr elektrisierendes Rückgrat zu verlieren. Der 2024er ist ein harmonischerer und feinerer Jahrgang als ebenfalls kühlere 2021, zudem ist es aromatisch in einem klassischeren und schlankeren Profil angesiedelt als die »Vollgas-2023er«. Bei vielen Weinen wurde ein Level erreicht, das mit dem Benchmark-Jahrgang 2023 mithalten kann, auch wenn die Mengen besonders bei den Großen Gewächsen teils sehr gering sind. Es gibt so viele wunderschöne, filigrane, saftig-dichte und auch richtig lecker-delikate Weine in diesem Jahr. Und das kann in dieser Leichtigkeit und finessenreichen, athletischen Form heute eben fast nur noch in Deutschland so geerntet werden. Franken glänzt mit exzellenten Silvanern mit kühlem Saft und eleganter Stoffigkeit. An Mosel-Saar-Ruwer wurde im restsüßen Bereich von Kabinett bis Auslese absolute Weltklasse geerntet, trotz mancherorts verheerender Frostschäden. Die Nahe glänzt 2024 nicht nur mit Riesling in ultrafokussierter Manier, sondern auch mit Burgundern dieses Jahr – genau wie die Südpfalz! Der wärmeren Mittelhaardt steht ein kühleres Jahr immer mehr als gut. Von Christmann über Bürklin bis Winning ist das der Stoff aus dem Riesling-Träume sind. In Rheinhessen hat wohl der Rote Hang sein Jahr der Jahre, so viele Mega-GGs nach den schwierigen Trockenjahren dort ein Segen… wow!

94
/100

Parker über: Pinot Noir

Picked in early September, the unfiltered 2024 Pinot Noir opens with a finely spicy and toasty nose with ripe and lush cherry, raspberry and blackberry aromas intertwined with delicate slate and game notes. With elegant, balanced fruit and silky tannins on the palate, this is an intense, fresh, juicy, fine, mineral, vital and slightly salty Pinot Noir with a dry, fresh and aromatic finish. This is a superb and intense premium Pinot for a moderate price. 'The grapes were fully ripe and aromatic in 2024,' reports Christian Hermann of his finest generic Pinot Noir to date. 13.5% stated alcohol. Natural cork. Tasted at the domaine in January 2026.

Mein Winzer

Dr. Hermann

Das Weingut Dr. Hermann in Erden entstand 1967 aus der Erbteilung des Erzeugers Joh. Jos. Christoffel Erben in Ürzig. Der Mediziner Dr. Christian Hermann, gründete damals sein eigenes Weingut. Heute leitet Christian Hermann, der Enkel des Gründers, den Betrieb. Dank ihm, gilt das Weingut als einer...

Pinot Noir 2024