Doniene Gorrondona: Ondarea 2022

Doniene Gorrondona: Ondarea 2022

Zum Winzer

Hondarribi Zuri 100%
weiß, trocken
13,0% Vol.
Trinkreife: 2027–2037
voll & rund
mineralisch
Lobenberg: 95–96+/100
Spanien, Txakoli
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Ondarea 2022

95–96+
/100

Handlese, Kaltmazeration und dann erst Ganztraubenpresse, spontan vergoren und ausgebaut im französischen Barrique. 4 Monate auf der Hefe und dann unfiltriert gefüllt. Einige Jahre Flaschenlager bis zur trinkfertigen Auslieferung. Die Nase kommt mit sehr moderatem Holz daher, die Jahre der Flaschenreif haben den Wein komplett harmonisiert. Quitte und Reineclaude, Kumquat und Orangenzesten. Auch im Mund der deutlich erwachsenere Wein als der wilde und ungestüme IRI aus gleichem Stall. Das ist Txakolina als erhabener und großer Wein, voller Harmonie und prefekt balanciert. Kumquat und Salz in feiner Honigspur und einem Hauch pinker Grapefruit. Nicht besser als der IRI, nur erhabener und deutlich weiniger, Txakolina als großer und erwachsener Wein mit einem feinen, salzigen Nachhall. Eben ganz anders, sich nicht so ungestüm in den Vordergrund drängelnd. Sehr sehr schick!

Jahrgangsbericht

Der Winter 2020/2021 brachte zwischen Dezember und März sehr viel Regen und Schnee, auch etwas Frost. Die Böden waren vor dem Austrieb der Reben mit ordentlichen Wasserreserven gefüllt – ein guter Start in den Jahrgang 2021. Die Blüte verlief bis auf kleine Verrieselungen ziemlich normal, kein Frost, kein Mehltau. Dann folgten nach einem trockenen Mai noch vor der Blüte große Regenmengen im Juni. Nach der Blüte begann ein sehr trockener, warmer, teils heißer Sommer. Hitze- und Trockenstress waren die Folge, die Reben machten ab Mitte August total dicht, um sich zu schützen. Die Beeren waren zu diesem Zeitpunkt dickschalig und kerngesund, Sorge bereitet aber die phenolische Reife, die durch den Stillstand der Reben nicht erreicht werden konnte. Dieses Phänomen gab es in allen Regionen der nördlichen Hälfte Spaniens, also in allen Topregionen. Von Anfang September bis zum 25. September gab es einige Tage satten Regen. Durch die neue Wasserversorgung setzten Photosynthese und Reifung sofort ein. Ab dem 25. September war es trocken, extrem sonnig und warm, nachts sanken die Temperaturen deutlich. Fünf traumhafte Wochen mit großen Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nach und hochintensiver Sonne folgten. Diese große Kühle, ja Kälte der Nächte, nach dem letzten Regen vom 25. September, gilt als der Schlüssel zu diesem großen, reifen und zugleich frischen Cool-Climate-Jahrgang. Das Ergebnis waren überall hochgesunde, dickschalige Beeren mit sattem Tannin und hoher Säure vor der Lese im Herbst. Die Weine sind weniger extremreif und immens als 2019, aber deutlich aromatischer und reifer als 2018, mit einer Frische, die ihresgleichen sucht.

Mein Winzer

Doniene Gorrondona

Das Weingut Doniene Gorrondona liegt ca. 30 km nordöstlich von Bilbao direkt am Meer im kleinen baskischen Badeort Bakio. Bekannt ist Bakio und die pittoreske, vorgelagerte Insel »San Juan de Gaztelugatxe« als Drehort von »Game of Thrones«. Ureigenste Biskaya und uriges Baskenland, wild und...

Ondarea 2022