Der Keller wird bei Maxime Noellat seit 2015 mit einer Klimaanlage auf niedriger Temperatur gehalten, sodass die Weine langsamer vergären und die Malo erst weit im Jahr nach der Ernte stattfindet. Dadurch ist die Entwicklung der Weine deutlich verlangsamt und sie behalten sich einen kühleren, reduktiveren Charakter, ähnlich zu Christophe Roumiers Weinen. Allerdings ist Noellat noch immer früher zugänglich, je nach Appellation. Mit dem Neuholz ist Noellat eher sparsam, meist rund 15 bis 25 Prozent, in den Crus etwas mehr und beim Grands Echezeaux durchaus auch mal 50 Prozent. In 2023 vollständig entrappt. Der Wein brodelt im Glas, dunkel, würzig, reich, warm, mit Brombeerconfit, Holunder, Lakritze und Teer, auch dunkle, bittersüße Valrhona-Schokolade. Der Mund ist sehr beeindruckend, kommt muskelbepackt und intensiv daher. Die üppigen, samtig-dichten Tannine nehmen den Mundraum in Beschlag, dann wieder Beerenfrucht, Schokolade und dunkles Gestein. Wow! Der Stoff braucht definitiv Kellerreife, weil er so immens strukturiert und tief ist. Aus dem Fass ist er dennoch verführerisch saftig, cremig und beerig-opulent. Superb!