Natürlich alles biodynamisch bewirtschaftet. Handlese in mehreren Durchgängen bei denen immer nur die gerade optimal reifen Trauben geerntet werden. Langsame, pneumatische Pressung, 24 Stunden Sedimentationszeit und dann ab in die Fässer. Vergärung im Barrique bei knapp 20% Neuholzanteil. Etwa ein Drittel der Fässer sind aus Vogesen-Eiche, zwei Drittel sind aus Allier. Der Wein verbleibt für 12 Monate im Barrique und anschließend für weitere 6 Monate im Edelstahltank zur Harmonisierung vor der Abfüllung. Eine minimale Filtration vor der Füllung erfolgt nur wenn nötig. Der Bienvenue strotzt stets vor mineralischer Energie, er wirkt immer etwas karger, steiniger und puristischer als der benachbarte Batard. Ein fast brutaler Wein für Insider und Kenner dieser Lage. Dieses Monster sollte zehn Jahre in einem dunklen Keller verschwinden, bevor man sich da herantraut.
Der Jahrgang 2023 präsentiert sich als eine perfekte Symbiose aus Klassik und Moderne. Nach den extremen Hitzejahren der Vergangenheit wirken die 2023er wie ein »tiefes Ausatmen«. Sie sind geprägt von seidiger Textur, cremiger Zugänglichkeit und einer hellen, strahlenden Frucht. Besonders beeindruckend ist die Kombination aus Transparenz für das jeweilige Terroir und einer verführerischen Extraktsüße. 2023 war für die Winzer im Burgund ein Befreiungsschlag in Sachen Quantität. Trotz der großzügigen Erträge fehlt es den Weinen nicht an Konzentration, da hohe Extraktwerte einer Verwässerung entgegenwirkten. Das Wetter war über den Sommer moderat mit ausreichend Niederschlag, bis eine extreme Hitzewelle kurz vor der Lese im September für den finalen Schub an Reife und Dichte sorgte. Während die Weißweine an die Reichhaltigkeit von 2018 erinnern, bewahren sie durch eine feine Säurefrische ihre klassische Brillanz. Es ist ein Jahrgang des puren Genusses, der bereits in seiner Jugend viel Freude bereiten wird und bei den Rotweinen an die reiche Eleganz von 2019 erinnert.