Lobenberg: Der Ausbau erfolgt in der Regel über 15 Monate in Fässern aus Allier-Eiche, der Neuholzanteil ist eher moderat, in 2023 ein Drittel, ein Drittel in Fässern von 2021 und ein Drittel alte, neutrale Fässer. Aux Brûlées ist eine Lage ziemlich weit oben am Hang. oberhalb der berühmten Grands Crus von Vosne, erstreckt sie sich relativ zerklüftet bis an den Waldrand. Aux Brûlées hat dadurch viele Expositionen, von Nord-Ost bis nach Süden. Grivots Parzelle hier ist eine reine Südlage. Etienne Grivot fand seine Rebzeilen hier lange Zeit zu exponiert und warm, deshalb hat er weinbauliche Maßnahmen ergriffen, die dagegen arbeiten als der Klimawandel immer intensiver wurde. In den letzten Jahren ist er ausgesprochen zufrieden damit, wie sich die Weinbergsarbeit im fertigen Wein auszahlt. Wir haben in Aux Brûlées aber immer dieses Spannungsfeld aus Hochlage und relativ warmer Exposition mit hoher Sonneneinstrahlung. Man muss hier eher spät ernten laut Etienne Grivot, sonst gerät Brulees zwar sehr straight und mineralisch, aber es fehlt die Tiefe, die er sucht. Aux brûlées hat schon im Duft diese wahnsinnige Spannung, dieses steinige. Ich liebe diese lage für ihren uniquen Charakter voller kraft und stein und salz. Eine aromenexplosion in 2023, so reich und zugleich so geheimnisvoll. Er hat eine gourmandise und Reichhaltigkeit in beeriger Frucht und ist trotzdem so straff und steinig.
Der Jahrgang 2023 präsentiert sich als eine perfekte Symbiose aus Klassik und Moderne. Nach den extremen Hitzejahren der Vergangenheit wirken die 2023er wie ein »tiefes Ausatmen«. Sie sind geprägt von seidiger Textur, cremiger Zugänglichkeit und einer hellen, strahlenden Frucht. Besonders beeindruckend ist die Kombination aus Transparenz für das jeweilige Terroir und einer verführerischen Extraktsüße. 2023 war für die Winzer im Burgund ein Befreiungsschlag in Sachen Quantität. Trotz der großzügigen Erträge fehlt es den Weinen nicht an Konzentration, da hohe Extraktwerte einer Verwässerung entgegenwirkten. Das Wetter war über den Sommer moderat mit ausreichend Niederschlag, bis eine extreme Hitzewelle kurz vor der Lese im September für den finalen Schub an Reife und Dichte sorgte. Während die Weißweine an die Reichhaltigkeit von 2018 erinnern, bewahren sie durch eine feine Säurefrische ihre klassische Brillanz. Es ist ein Jahrgang des puren Genusses, der bereits in seiner Jugend viel Freude bereiten wird und bei den Rotweinen an die reiche Eleganz von 2019 erinnert.