Zu 100 Prozent auf eigenen Rebbergen in der Cote Chalonnaise gewachsen, alte Reben. Zu 100 Prozent entrappt, spontan vergoren und im gebrauchten Holz ausgebaut. Diese südlich der Cote d´Or gelegene Cote Chalonnaise bringt schon sehr spannende Weine hervor. Sie kosten deutlich weniger und sind häufig sehr substanzreich. Dieser roter Mercurey Premier Cru zeigt eine ganz wunderbar süße, und gleichzeitig mineralische Nase. Eine große Dichte, schon in der Nase Kraft anzeigend. Und trotzdem nicht plump. Kirsche in vielen Facetten. Viel Gripp im Mund, richtig viel Biss. Das ist schon überraschend. Die Augen ziehen sich zusammen. Eine wahnsinnig tolle Frische, die aber nicht spitz ist. Sogar Sauerkirsche ist als Begriff zu massiv. Das ist viel feiner. Das ist Mercurey, wie es auch in Chambolle-Musigny sein könnte. So verspielt und trotzdem so wunderbar süß von dieser roten Kirsche, die aber so unglaublich zart ist. Das ist der neue Stil von Faiveley, traumhaft seidig und kirschig. Deutliche, salzig pfeffrige Tanninschärfe von total seidigen Tanninen. Nichts ist rustikal, alles ist reif, und trotzdem ist es so voller Finesse. Sich lang in ein salziges Finale ziehend. Ich glaube bei diesem Mercurey muss man in der Cote d´Or lange suchen, um für dieses Geld etwas Vergleichbares finden zu können. Das ist ein großartiger Wert, großes Burgund muss gar nicht so teuer sein. 94-95/100
Der Jahrgang 2023 präsentiert sich als eine perfekte Symbiose aus Klassik und Moderne. Nach den extremen Hitzejahren der Vergangenheit wirken die 2023er wie ein »tiefes Ausatmen«. Sie sind geprägt von seidiger Textur, cremiger Zugänglichkeit und einer hellen, strahlenden Frucht. Besonders beeindruckend ist die Kombination aus Transparenz für das jeweilige Terroir und einer verführerischen Extraktsüße. 2023 war für die Winzer im Burgund ein Befreiungsschlag in Sachen Quantität. Trotz der großzügigen Erträge fehlt es den Weinen nicht an Konzentration, da hohe Extraktwerte einer Verwässerung entgegenwirkten. Das Wetter war über den Sommer moderat mit ausreichend Niederschlag, bis eine extreme Hitzewelle kurz vor der Lese im September für den finalen Schub an Reife und Dichte sorgte. Während die Weißweine an die Reichhaltigkeit von 2018 erinnern, bewahren sie durch eine feine Säurefrische ihre klassische Brillanz. Es ist ein Jahrgang des puren Genusses, der bereits in seiner Jugend viel Freude bereiten wird und bei den Rotweinen an die reiche Eleganz von 2019 erinnert.