Morgeot ist die Toplage der Gemeinde im Süden. Tiefgründiger, roter Boden mit Eisen, Lehm und Ton über dem Kalkstein. Der Druck, den diese Chardonnays erreichen ist ungeheuerlich. So zart die Pinot Noirs dieses Jahrgangs sind, so kraftvoll, fast drückend intensiv sind die Weißen. Man kneift die Augen zusammen vor Intensität, cremig, dicht, reich, salzig, was für ein Ereignis im Mund. Krachende Säurepower, viel von allem, aber eben auch aufgeladen mit Mineralität bis zum Gehtnichtmehr. Die Säure trägt die Konzentration, das Holz wird aufgefressen. Wer gerne weiße Nordrhône trinkt, der wird ebenfalls seine größte Freude mit diesen hochfrischen Powerteilen haben. Ein großer Chardonnay mit Substanz und Säure, in ungeahnter Kombination. Top notch! 95-96+/100
Der Jahrgang 2023 präsentiert sich als eine perfekte Symbiose aus Klassik und Moderne. Nach den extremen Hitzejahren der Vergangenheit wirken die 2023er wie ein »tiefes Ausatmen«. Sie sind geprägt von seidiger Textur, cremiger Zugänglichkeit und einer hellen, strahlenden Frucht. Besonders beeindruckend ist die Kombination aus Transparenz für das jeweilige Terroir und einer verführerischen Extraktsüße. 2023 war für die Winzer im Burgund ein Befreiungsschlag in Sachen Quantität. Trotz der großzügigen Erträge fehlt es den Weinen nicht an Konzentration, da hohe Extraktwerte einer Verwässerung entgegenwirkten. Das Wetter war über den Sommer moderat mit ausreichend Niederschlag, bis eine extreme Hitzewelle kurz vor der Lese im September für den finalen Schub an Reife und Dichte sorgte. Während die Weißweine an die Reichhaltigkeit von 2018 erinnern, bewahren sie durch eine feine Säurefrische ihre klassische Brillanz. Es ist ein Jahrgang des puren Genusses, der bereits in seiner Jugend viel Freude bereiten wird und bei den Rotweinen an die reiche Eleganz von 2019 erinnert.