Winzerin Madeline Ferran sagt, sie würde unterschreiben, jedes Jahr ein 2023 zu nehmen für den Rest ihrer Karriere. Es war im Grunde weinbaulich einfach auf Escaravaille, weil es nie zu heiß war und immer genug Wasser da war. Den ganzen Sommer ziemlich konstant um die 30 Grad, fast wie in Florida. Wir haben eine wunderbare Harmonie in den 2023ern und eine ganz feine Zitrusfrische, die die schöne Frucht unterlegt, die 2022 in dieser Form nicht da war. Puh, ist 2023 ein exotisch-reiches Charmejahr! Dieser Wein ist ein reinsortiger Syrah und dennoch ein Cotes du Rhône Village Rouaix, was eigentlich nicht erlaubt ist, weil laut AOC mindestens 50 Prozent Grenache enthalten sein müssen. Vergärung und Ausbau komplett in Burgunder-Barriques, nicht wie die Grenache von Escaravaille in Beton. Komplett entrappt. Die Behörden schauen aber nicht auf den finalen Blend in der Flasche, sondern den Weinberg und in der Lage Hautes Granges hat die Domaine einen Mischsatz aus Grenache und Syrah stehen. Syrah braucht immer viel Luft, auch im Ausbau, weil sie relativ schnell reduktiv wird. Die Grenache geht allerdings in einen anderen Wein, ein kleiner Trick an den Behörden vorbei, um einen Nordrhônestyle Wein zu machen. Die Vorschriften sind ja auch nicht unbedingt immer so sinnvoll, denn in einer kühlen Gemeinde wie Rouaix im Norden kann man hervorragende Syrah machen. Eine bezaubernde Nase mit dunkler Würze und dunkler Frucht, die sich in einer süßen Melange miteinander vermischen. Holzkohle und geflämmtes Fleisch unterlegen die minzige Schwarzkirsche. Roaix ist eine recht kühle Gemeinde mit frischeren Morgenstunden, daher bietet sich Syrah hier wirklich gut an. Es ist gar nicht so weit von der Nordrhône entfernt, aber hat doch etwas mehr Süße und Intensität in der Frucht. Der Wein nimmt den Trinker mehr in den Arm als die so steinigen Crozes-Hermitage.