Im Gegensatz zum 1er Cru Margotés, der in Fuderfässern ausgebaut wird, vergärt und reift der Montpalais in Barriques und Demi-muids. Die Parzelle Montpalais liegt im Herzen des Premier Cru-Hügels von Rully, ein warmes, exponiertes Terroir. Im Gegensatz zum sehr kühlen Margotés ist der Montpalais immer reicher, zugänglicher und umarmender. Trotz alledem wirkt der Wein aus dem warmen 2023 nicht fett, sondern sehr fokussiert. Er ist weniger üppig als erwartet und duftet nach reifem Pfirsich, Mirabelle, gelben Blüten, etwas Bienenwachs und einem Touch eleganten Holzes, das dem Wein sehr gut steht. Am Gaumen dann typisch schmeichelnd und lebendig, mit cremigem Schmelz aus dem Steinobst und zart eingebundener Säure, die dem Holzausbau gut entgegensteht. Der Wein strahlt eine elegante Opulenz aus, sehr charming und verführerisch. Ein Wein, der heute gerne getrunken werden kann, wohingegen der Margotés noch etwas im Keller schlummern sollte.
Der Jahrgang 2023 präsentiert sich als eine perfekte Symbiose aus Klassik und Moderne. Nach den extremen Hitzejahren der Vergangenheit wirken die 2023er wie ein »tiefes Ausatmen«. Sie sind geprägt von seidiger Textur, cremiger Zugänglichkeit und einer hellen, strahlenden Frucht. Besonders beeindruckend ist die Kombination aus Transparenz für das jeweilige Terroir und einer verführerischen Extraktsüße. 2023 war für die Winzer im Burgund ein Befreiungsschlag in Sachen Quantität. Trotz der großzügigen Erträge fehlt es den Weinen nicht an Konzentration, da hohe Extraktwerte einer Verwässerung entgegenwirkten. Das Wetter war über den Sommer moderat mit ausreichend Niederschlag, bis eine extreme Hitzewelle kurz vor der Lese im September für den finalen Schub an Reife und Dichte sorgte. Während die Weißweine an die Reichhaltigkeit von 2018 erinnern, bewahren sie durch eine feine Säurefrische ihre klassische Brillanz. Es ist ein Jahrgang des puren Genusses, der bereits in seiner Jugend viel Freude bereiten wird und bei den Rotweinen an die reiche Eleganz von 2019 erinnert.