Der Charakter von 2023 ist irgendwo zwischen 2022 und 2020 oder 2018, es ist nicht so dunkelfruchtig wie Letztere. Nein, 2023 hat mehr ins Bläuliche laufende Frucht, hat viel Creme de Cassis in diesen köstlich schmelzenden Tanninen. Darunter aber beginnt die Mineralität, diese kompromisslose Eisenwürze aufzutauchen. Es ist interessant, wie hochkomplex 2023 sich zeigt. Er ist ein Wandler zwischen den Welten. Wir haben einerseits eine sehr süße, elegante Frucht mit Waldbeeren und Himbeere, was er ganz oft hat. Darüber mediterrane Kräuter, fast Garrigues und etwas Herbstlaub, was ihn etwas vor dem in die Breite gehen bewahrt und ihn strukturiert. Zerdrückte Walderdbeere, blühender Thymian, Himbeermark, etwas Graphit und Goudron. Druckvoller Mund, sehr satt, kraftvoll, aber ebenso sehr steinig und mit viel explosiver Strahlkraft und einem sehr saftigen Antritt im Mund. Man spürt die verschiedenen Parzellen des Clos, da sind sehr kraftvolle, opulente Teile dabei und ebenso sehr karge, die einen extrem stahligen Wein ergeben. Der Blend als großes Orchester zeigt dann eben sehr viele dieser einzelnen Elemente in schneller Abfolge am Gaumen, immer neue Schichten werden freigelegt, süß, steinig, dicht und energetisch. Jedes Jahr, wenn ich diesen Wein probiere, bin ich verblüfft, wie fein dieses Terroir in Pommard sich doch ausdrückt. Das kann sonst nur Grands Epenots und Rugiens, aber am Ende ist der Clos vielleicht sogar der feinste von allen, es hat nur den richtigen Weinbau gebraucht, um das zu beweisen und der hat lange Jahrzehnte gefehlt.