Die Lese startete Anfang September. Die Alkoholgrade lagen selbst in Volnay bei 13.5% und teils leicht darüber. Die 2023er wurden etwas früher abgestochen als in den Vorjahren, schon Mitte November, und folglich wird dann schon gegen Weihnachten abgefüllt. Das ist relativ früh für d’Angerville, aber die Weine sind schon so offen und zugänglich, dass die Domaine nicht länger warten wollte. Clos des Angles ist ein warmes, frühreifendes Terroir. Der Wein drückt aus dem Glas, strahlt für Volnay unglaublich viel Kraft aus. Nahezu keine Sauerkirsche, sondern dichte, schlotzige Beerenfrucht, wir sind eher bei Brombeere, Feige und Reineclaude. Der Mund ist samtig und reich, Clos des Angles zeigt die cremige Seite des Jahrgangs mit am meisten, das ist aber im Grunde meistens so, denn es ist immer mit der charmanteste in der Range. Die Tannine sind ein zarter Traum, kaum spürbar, sie streicheln den Mund mehr als dass sie wirklich greifen.
Der Jahrgang 2023 präsentiert sich als eine perfekte Symbiose aus Klassik und Moderne. Nach den extremen Hitzejahren der Vergangenheit wirken die 2023er wie ein »tiefes Ausatmen«. Sie sind geprägt von seidiger Textur, cremiger Zugänglichkeit und einer hellen, strahlenden Frucht. Besonders beeindruckend ist die Kombination aus Transparenz für das jeweilige Terroir und einer verführerischen Extraktsüße. 2023 war für die Winzer im Burgund ein Befreiungsschlag in Sachen Quantität. Trotz der großzügigen Erträge fehlt es den Weinen nicht an Konzentration, da hohe Extraktwerte einer Verwässerung entgegenwirkten. Das Wetter war über den Sommer moderat mit ausreichend Niederschlag, bis eine extreme Hitzewelle kurz vor der Lese im September für den finalen Schub an Reife und Dichte sorgte. Während die Weißweine an die Reichhaltigkeit von 2018 erinnern, bewahren sie durch eine feine Säurefrische ihre klassische Brillanz. Es ist ein Jahrgang des puren Genusses, der bereits in seiner Jugend viel Freude bereiten wird und bei den Rotweinen an die reiche Eleganz von 2019 erinnert.