Die Lese startete Anfang September. Die Alkoholgrade lagen selbst in Volnay bei 13.5% und teils leicht darüber. Die 2023er wurden etwas früher abgestochen als in den Vorjahren, schon Mitte November, und folglich wird dann schon gegen Weihnachten abgefüllt. Das ist relativ früh für d’Angerville, aber die Weine sind schon so offen und zugänglich, dass die Domaine nicht länger warten wollte. In den warmen Jahren gehört Angerville mittlerweile zu den am frühsten erntenden Domaines in Volnay, manchmal sind sie die ersten. Das lange zuwarten hat in den sonnigen Jahren keinen Zugewinn mehr laut Francois Duvivier, weil die Traubengesundheit und Reife ohnehin hoch sind. Der Ausbau geschieht bei geringem Neuholzanteil von maximal 25 Prozent – und das schon seit langem bei d'Angerville. Es geht um Präzision und pure Frucht. Der Volnay 1er Cru stammt aus den Top-Lagen Pitures und Mitans. Die Domaine blendet die beiden Crus, weil sie für sich genommen zu wenig Mengen ergeben. Davon liegt die Hauptlage 1er Cru Pitures neben dem Clos des Ducs, also durchaus sehr spannendes Terroir, Südost-Exposition, viel Kalkstein. Der Wein steckt zum Zeitpunkt unserer Verkostung noch relativ offen in der Fruchtphase. Die Weine werden recht spät erst ausgeliefert werden, um ihnen mehr Zeit zu geben. Aber wird sind jetzt hier im November, der Wein wird mindestens noch bis zum nächsten Frühjahr im Fass bleiben. Auch ihr Blend ist jedes Jahr ein spannender Wein, der sich mit üppig-köstlicher, saftiger, dichter Waldbeerenfrucht über die Zunge legt. Was für eine Wonne! Allerfeinste Tannine, total poliert, Blaubeere und Cassis satt, etwas Kakaopulver, Teer. Herbsaftiger Mineralausdruck, dennoch vor allem auf dieser schicken Extraktsüße des Jahrgangs laufend, immer weiter und weiter. Eine hedonistische Wucht, grandios. 2023 ist ein Jahrgang, der so viel Freude macht in seiner frühen Zugänglichkeit und Cremigkeit.