Dönnhoff: Sauvignon Blanc Pouri 2024

Dönnhoff: Sauvignon Blanc Pouri 2024

Limitiert

Zum Winzer

Sauvignon Blanc 100%
weiß, trocken
12,5% Vol.
Trinkreife: 2025–2040
voll & rund
frische Säure
Lobenberg: 94/100
Suckling: 93/100
Falstaff: 95/100
Deutschland, Nahe
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Sauvignon Blanc Pouri 2024

94
/100

Lobenberg: Nahe meets Neuseeland! Dönnhoffs Sidekick in Richtung des anderen Endes der Welt. Von eigenen Reben erzeugen Cornelius Dönnhoff und sein neuseeländischer Kellermeister die zwei klassischen Weinstyles der Sauvignon Blanc-Welt: einmal den neuseeländischen, klaren, stahligen und fruchtbetont-exotischen Stil der neuen Welt, den Marama und daneben die klassische Loire-Variante mit Holzausbau, mehr Oxidation und Textur im Pouri. Pouri ist Maori für Dunkelheit, Marama steht für Licht. Sowohl das weiße Label (Marama) als auch die schwarze Variante (Pouri) wurden vom Kiwi-Künstler Dante Adams entworfen. Die Nase des sichtlich unfiltrierten »Oldword-Style«-Sauvignon Pouri ist leicht reduktiv und dennoch ausladend, Madarine, grüne Aprikose, reife Mirabelle, ein Hauch Maracuja, ein bisschen Holz ist auch spürbar. Der Mund ist druckvoller, dichter und cremiger als der des Marama, das Holz gibt Struktur, dicht gewoben und energetisch schießt der Wein über die Zunge. Ich mag den alte Welt-Stil etwas lieber in seiner dichteren Struktur und der etwas reduzierteren Frucht, aber die stahlige Klarheit des Marama ist auch bestechend. Am Ende ist es reine Geschmacksache.

Jahrgangsbericht

»Here comes the rain again…« – das Weinjahr 2024 war rasant und aufwühlend. Eine deutlich kühlere Vegetationsperiode mit wechselnden Regen- und Trockenphasen forderte die Winzer heraus. Der frühe Austrieb im April wurde von heftigen Spätfrösten abgelöst, die Ahr, Nahe, Nordbaden, Saar und Ruwer besonders hart trafen und zu teils dramatischen Ernteausfällen führten. Viel Manpower, bedingungsloser Einsatz und sorgfältige Selektion waren entscheidend. Die besten 2024er Weine zeigen eine bemerkenswerte Finesse mit überraschend viel Stoffigkeit und schlanker Kraft. Der kühlere Ausdruck erinnert an die präzisen Klassiker 2016, 2008, 2004 und 2002. Sie sind extrem klar gezeichnet und definiert und besitzen häufig mindestens ein Volumenprozent weniger Alkohol als die Vorjahre. Umso überraschender ist die Substanz und innere Dichte, die durch ausgiebige Sommerniederschläge und eine langsame Reifung bis in die kühlen Nächte der späten Lese ermöglicht wurde. Die Trauben erreichten enorm hohe Extraktwerte, die mit 2023 konkurrieren. »Die schönsten Aromen gedeihen im Schatten.« wie Florian Lauer immer sagt. Die Säuren sind »nordisch-straff« und vibrierend, aber reifer und weniger einschneidend als im “krachenden” 2021. Die Weine bieten eine genussvolle Cremigkeit, ohne ihr elektrisierendes Rückgrat zu verlieren. Der 2024er ist ein harmonischerer und feinerer Jahrgang als ebenfalls kühlere 2021, zudem ist es aromatisch in einem klassischeren und schlankeren Profil angesiedelt als die »Vollgas-2023er«. Bei vielen Weinen wurde ein Level erreicht, das mit dem Benchmark-Jahrgang 2023 mithalten kann, auch wenn die Mengen besonders bei den Großen Gewächsen teils sehr gering sind. Es gibt so viele wunderschöne, filigrane, saftig-dichte und auch richtig lecker-delikate Weine in diesem Jahr. Und das kann in dieser Leichtigkeit und finessenreichen, athletischen Form heute eben fast nur noch in Deutschland so geerntet werden. Franken glänzt mit exzellenten Silvanern mit kühlem Saft und eleganter Stoffigkeit. An Mosel-Saar-Ruwer wurde im restsüßen Bereich von Kabinett bis Auslese absolute Weltklasse geerntet, trotz mancherorts verheerender Frostschäden. Die Nahe glänzt 2024 nicht nur mit Riesling in ultrafokussierter Manier, sondern auch mit Burgundern dieses Jahr – genau wie die Südpfalz! Der wärmeren Mittelhaardt steht ein kühleres Jahr immer mehr als gut. Von Christmann über Bürklin bis Winning ist das der Stoff aus dem Riesling-Träume sind. In Rheinhessen hat wohl der Rote Hang sein Jahr der Jahre, so viele Mega-GGs nach den schwierigen Trockenjahren dort ein Segen… wow!

93
/100

Suckling über: Sauvignon Blanc Pouri

-- Suckling: This sophisticated sauvignon blanc has excellent balance and structure, with deftly intertwined fine tannins, restrained gooseberry fruit and mineral acidity. Long, emphatically dry, but very harmonious finish. Very limited production. Drink or hold.

95
/100

Falstaff über: Sauvignon Blanc Pouri

-- Falstaff: Verschlossen im Duft, eher »steinig« als würzig, ein Apfel und balsamischen Untertönen. Der Gaumen ist ganz auf Extrakt angelegt, dicht, stoffig, dabei reif und geschmeidig auch in der phenolischen Komponente, in sich ruhend und ungemein präzise, mit zivilisierter Säure und eine Spur Süße als Gegengewicht.

Mein Winzer

Dönnhoff

Der heilige Gral des deutschen Rieslings – nicht wenige Liebhaber verorten ihn bei den Dönnhoffs im Nahetal. Helmut Dönnhoff gehört völlig ohne Zweifel zu den zehn besten Weißwein-Erzeugern des Erdballs und ist heute eine lebende Riesling-Legende. Sein Sohn Cornelius hatte also große Fußstapfen zu...

Sauvignon Blanc Pouri 2024