David Moret arbeitet nur mit Schwerkraft, kein Pumpen, alles geht direkt ins Fass. Im Sommer wird dann vom Fass in Inox umgezogen vor der Abfüllung im Winter nach einem Jahr Ausbau. Auch die Abfüllung erfolgt ohne pumpen. Alle Village Lagen bekommen rund 20 Prozent neues Holz. Die Weine verblieben bis November 2025 im Fass, dann wurde abgefüllt. Sehr feine, geschliffene Nase mit viel Chassagne Eleganz! Helles Gestein, Kalkstein, Hefe und Meersalz, Austernwasser, grüne Birne, Litschi, ein ganz feiner Hauch Exotik schwingt hier mit. Der Mund ist sehr geschliffen, zeigt dennoch viel Druck, enorm versammelt, konzentriert, definitiv Cru-Gewicht ausstrahlend aus den alten Reben. Er hallt lange nach am Gaumen mit feiner Frucht von Kiwi und einer Prise weißem Pfeffer, dann rollt wieder das dunkle, rauchige Gestein heran. Ein sehr kompletter, ausgewogener Village, der dennoch zwei, drei Jahre Zeit braucht in seiner feinen Reduktion.
2024 markiert die Rückkehr zu einem sehr klassischen, fast schon nostalgischen Stil. Die Weine sind deutlich kühler, straffer und mineralischer als in den Vorjahren. Mit moderaten Alkoholgraden zwischen 12 % und 13 % vol. erinnert der Jahrgang an die »gute alte Zeit« des Burgunds. Besonders die Weißweine bestechen durch einen laserartigen Fokus und eine berstende, kristalline Mineralität, die an das exzellente Jahr 2014 erinnert. Ein Jahrgang für Puristen, die Struktur und Kante über cremigen Charme stellen. Der Jahrgang 2024 war ein hartes Stück Arbeit für die Winzer. Starke Frostschäden und ein sehr regenreiches Frühjahr und massiver Mehltaubefall führten zu drastischen Ertragseinbußen, besonders an der Côte de Nuits. Ein »goldener September« rettete zwar die Qualität der verbliebenen Trauben, doch die Mengen bleiben extrem klein. Die Qualität variiert stark je nach Lage und Geschick des Winzers. Wer jedoch bei den Top-Produzenten fündig wird, erhält tiefgründige, charakterstarke Weine von großer Eigenständigkeit und Raritätswert.