Beausejour Duffau-Lagarrosse: Croix de Beausejour (2.Wein) 2024

Croix de Beausejour (2.Wein) 2024

Holzkiste

Zum Winzer

Merlot 95%, Cabernet Franc 5%
rot, trocken
13,0% Vol.
Trinkreife: 2027–2042
Verpackt in: 6er OHK
Lobenberg: 93–94/100
Suckling: 92–93/100
Gerstl: 18+/20
Frankreich, Bordeaux, Saint Emilion
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Croix de Beausejour (2.Wein) 2024

93–94
/100

95% Merlot, 5% Cabernet Franc. 13% Alkohol. Der Croix ist keine Selektion von jungen Reben wie in manch anderen Chateaus, sondern stammt immer aus bestimmten Parzellen. Diese beiden Parzellen liegen am Hangfuß und sind nicht so extrem vom Kalkstein geprägt wie die des Erstweins, sondern haben eine deutlich dickere Lehmauflage. Zwischen 45 und 52 Jahre alte Reben. Wegen ihrer ganz anderen Charakteristik werden sie immer separat ausgebaut. Hier ist der Merlotanteil immer geringer, die Weine etwas fruchtoffener. Winzige Erträge von nur 28 hl/ha. Wegen des hohen Mehltaudrucks gab es insgesamt etwa 30% Verlust. Die Rebfläche bei Beauséjour ist mit 6,2 Hektar verhältnismäßig klein, deshalb kann hier auf extreme Wettersituationen immer schnell reagiert werden. Dementsprechend wurde hier extrem viel selektiert. Die Trauben wurden komplett entrappt. Ausbau im Barrique mit einem Neuholzanteil von etwa 20%. Die Nase ist schon so einladend, so erstaunlich dicht in dieser wollüstigen, konzentrierten Kirscharomatik mit süßer Himbeere. Druckvoll und doch zart zugleich, wirklich fein! Hinzu kommen helle Lakritznoten, Veilchen, nasser Stein. Alles wirkt stimmig und total versammelt. Im Mund geht es genau so weiter: Süße, dunkle Kirsche wird umspült von filigraner, vibrierender Frische von Sauerkirsche und roter Johannisbeere. Salzige Himbeernoten kommen dazu. Obwohl der Kalksteinanteil im Boden relativ gering ist, hat man hier den Eindruck von sehr kalkiger, spannungsgeladener, salziger Mineralität auf der Zunge. Die Spannung ist hier wirklich genial! Tolle Frische, sehr feiner, langer Ausklang. Ein brillanter, enorm eleganter Zweitwein von echter Klasse!

Jahrgangsbericht

2024 brachte ganz entgegen dem Klimawandel enorme Wassermengen im Frühjahr und auch im Herbst, keinerlei Trockenstress wie in den langen Jahren davor. Wegen extremen Mehltaubefalls, hoher Verrieselung in der Kühle der Blüte (Coulure und Millerandage) und wegen ungewöhnlich hoher und strenger Selektion mit grüner Lese im August nach der Verfärbung (in den 80iger und 90iger Jahren wäre 2024 noch ein Desaster geworden) gegen Verdünnung, Fäulnis und Botrytis zeigt 2024 einen ungewöhnlich niedrigen Ertrag, gesunde und fast reife Trauben mit oft minus 30%, manchmal gar 50% der Mengen des Standards. Und der hohe Mehltaubefall und die Coulure (Mehltau verringert die Mengen durch vertrocknete Trauben, die Qualität der nicht befallenen Trauben wird nicht beeinträchtigt) betrifft i.d.R. mehr die anfälligere Merlot, der Cabernet-Anteil (am linken Ufer Cabernet Sauvignon und am rechten Ufer Cabernet Franc) ist dramatisch höher als im Durchschnitt. Die Weine haben generell niedrige pH-Werte, also hohe Säure, dazu niedrige Alkoholwerte von 12 bis 13%. Die satten Tannine sind extrem fein und poliert und seidig unaggressiv und im Gerbstoff mehr als moderat, was zu einem charmant samtig seidigem Trinkfluss führt. Zusammen mit einer hohen saftigen Frucht-Aromatik und erstaunlich intensiver Farbe sind diese leichteren, aromatisch frischen Weine sofort präsent und mit total charmanter Trinkigkeit gesegnet. Da sie wegen der strengen Selektion letztlich reif genug gelesen wurden, ist 2024 ein freudenstiftender, verspielt leichter und leckerer, aromatischer Jahrgang für frühen Genuss. Allerdings gibt es von Château zu Château deutliche, ja oft dramatische Unterschiede, da muss man jeden Wein sorgfältig verkosten. Gegenüber dem ebenfalls sehr aromenstarken, noch farbintensiverem Jahrgang 2023 fehlt es 2024 zwar keineswegs an Trinkfreude und Trinkfluss, ganz im Gegenteil, aber in der absoluten Dichte bringt der opulentere, erotisch reifere Jahrgang 2023 einen höheren Wucht-und Umarmungs-Faktor mit. 2023 ist ein großes, früh trinkbares, erotisch opulentes Aromen- und Genusswunder, verblüffend in der charmanten Ausdrucksstärke, in seiner wollüstigen Ausprägung somit ein Unikat und »best ever«. 2024 zeigt dagegen deutlich verspieltere und frischere, sehr schicke und filigran elegante Weine für freudvolles, sexy Easy-Drinking. Everybodys Darling, das holt jeden Anfänger aufs Schönste ab! Volnay und Loire als schicker Bordeaux, so verträumt und fein und filigran leicht. 2024 ist weit weniger klassisch als das im Tannin rauere 2021, dafür aber dramatisch schicker und sexy polierter und filigran finessenreicher. 2024 könnte seinen Platz im Markt eher früh trinkfertig und relativ preiswert finden, das ist nicht in erster Linie ein »en Primeur« Jahrgang zum langen Einkellern, weder bei den Einstiegsweinen noch im oberen Preissegment. Aber es gibt zum Teil dramatisch reduzierte Mengen bei zum Teil dramatisch reduzierten Preisen. Und wenn dann der Wein noch sehr gut ist, muss man ihn eben doch subskribieren, sonst kann man leer ausgehen. Wer allerdings nur auf lange Einlagerung und Sammlerweine spekuliert kommt um den besten Jahrgang aller Zeiten, 2022, nicht herum. Ein gegenüber dem schon günstigen 2023 nochmal klar, ja dramatisch reduzierter Preis der 2024er Hochgewächse kann neben teilweise doch tollen Qualitäten doch zu Recht zum Primeur-Kauf verlocken. So passt 2024, nach so vielen ab 2016 bis 2023 überragenden voluminösen und kraftvollen Jahrgängen, als seidiges und trinkfreudiges Wunderwerk perfekt in das aktuelle Marktumfeld. Als preiswert schicker und elegant filigraner, aromatischer Gegenpol. „Just have fun“! Last not least: Wie schon so oft scheint auch der kühle und feuchte 2024er Jahrgang ein fast genialer Weißweinjahrgang zu sein, trocken wie auch süß! Die Analogie zu 2021 drängt sich auf, Winzer sprechen von extrem klar gezeichneten und definierten Weinen.

92–93
/100

Suckling über: Croix de Beausejour (2.Wein)

A firm, dusty, textured young red with spices and dark-berry character. Medium-bodied, it has a solid core of fruit and a pretty finish. Attractive second wine of Beausejour (Duffau-Lagarrosse). A blend of 95% merlot and 5% cabernet franc.

18+
/20

Gerstl über: Croix de Beausejour (2.Wein)

95% Merlot, 5% Cabernet Franc; Ausbau in 20% neuem Holz. ,,Es war eine enorme Selektion nötig, um die Qualität dieses Weins zu erreichen. Die Trauben für den Croix de Beauséjour stammen nicht von jungen Reben, sondern von den unteren Parzellen mit einem von Lehm geprägten Terroir haben. Der Croix strahlt viel Frische und reife Frucht aus. Der Merlot verleiht ihm viel rotbeerige Aromatik nach Johannisbeere und Sauerkirsche. Klares und delikates Bouquet, mit zarter Würze und floralen Noten unterlegt. Betont saftig und voller Energie mit herrlicher Frucht und seidigem Trinkfluss. Diesen Wein als Zweitwein zu bezeichnen, wird ihm einfach nicht gerecht. Was für ein hedonistischer Hochgenuss mit einer unglaublichen Länge. (pb),,

Mein Winzer

Beausejour Duffau-Lagarrosse

Im Jahre 1869 wurde der kleine Weinberg Beausejour unter zwei Familien aufgeteilt. Daher rühren die Châteaus Beausejour Duffau und Beausejour Becot.

Croix de Beausejour (2.Wein) 2024