Daphne Glorian von Clos i Terrasses ist eine akribische Qualitätsfanatikerin, die ihre 10 Hektar Weinberge wie ihre Westentasche kennt. Ihre beiden Weine Laurel und Clos Erasmus entstehen aus verschiedenen Parzellen in Hochlagen. Steile Hänge und Terrassenlagen, die alle separat behandelt und ausgebaut werden. Während der Lese wird dann mit viel Fingerspitzengefühl und Expertise festgelegt welche Partien und welche Rebsortenanteile in welche Cuvée fließen. Die Zusammensetzung kann jährlich variieren, immer mit dem Ziel das absolute Maximum für die beiden Weine zu finden. Alle Partien für den Laurel werden zunächst einzeln im Holzcuve und Betontank spontanvergoren. Danach für 18 Monate in französischen Barriques, Betoneiern und Tonamphoren ausgebaut. Aus dem Glas weht eine fruchtbetonte, aromatische Nase, sehr reintönig und expressiv. Wir finden frische Blaubeere und wilde Brombeere nebst verspielten, sehr floralen Noten, Veilchen und ein bisschen Graphitwürze darunter. Dicht und versammelt aber keineswegs fett in seiner floralen Beschwingtheit. Fast möchte man den Wein unterschätzen auf Grund dieser schönen, verspielten Frucht. Aber so fest verwoben wie der Laurel ist, verbirgt sich selbst im kleineren Wein von Clos i Terrasses ein immenses Potenzial. Der Laurel zeigt wirklich große Eleganz. Die seidige Cassisfrucht des Cabernet Sauvignon trägt ihren Teil dazu bei, auch die etwas wilde Anmutung des Syrah blitzt am Gaumen auf. Eine so immense Komplexität in der Frucht erreicht man eben oft nur durch den Blend verschiedener Sorten, die alle ihren Charakter einbringen. Eine bemerkenswerte, animierende Säurestruktur, wie man sie sonst eher von den Syrahs der Nordrhône kennt, verleiht dem Laurel eine ungemeine Frische und einen guten Auftrieb. Der Mund wird komplett von der verspielten Cassis, Pflaumen und Veilchen Aromatik dominiert, die sich lange durch den immer wieder nachhallenden Abgang zieht. Abgepuffert wird der intensive Fruchtkern von der reifen, samtigen Tanninstruktur, die unweigerlich an allerfeinsten Margaux denken lässt. Der Laurel wartet mit einer solchen Dichte, Vielschichtigkeit und Komplexität auf, dass es eigentlich kaum zu rechtfertigen ist ihn Zweitwein zu nennen. Aber der große Bruder ist mit dem Clos Erasmus nun einmal einer der größten Weine Spaniens. Der Laurel ist ein zugänglicher Top-Wert für mindestens 10 bis 15 Jahre und verkürzt die Wartezeit währenddessen der Clos Erasmus noch ein wenig heranreifen kann perfekt.
2023 war sehr warm, aber er ist deutlich kühler und balancierter als der noch heißere und trockenere 2022. Nicht so aufregend und extrem wie 2021, eher eine reife und harmonische Version von 2020. Und so ist 2023 durchaus eine Fortsetzung der so großen Jahrgänge seit 2019. Luis Gutierez, Parkers Mann für Spanien, fasst den Jahrgang 2023 anhand von Alvaro Palacios Weingütern ganz im Westen und ganz im Osten, somit Landesübergreifend so zusammen: 2023 was an even more generous crop than 2022 … the wines have better balance, and it doesn't feel like a warm year at all. In fact, the wines feel more like they come from a cool year. It's a vintage that has a tendency toward reduction, not as much as 2020, but still reductive. But it's an elegant, stony reduction...The quality of the 2023s is stunning. There is a level of precision, cleanliness, symmetry and elegance that, if the end of the élevage and the bottling goes as expected, I must conclude that 2023 might be the finest vintage ... There might be other individual wines that reach higher peaks, but as an overall portfolio, the vintage 2023 represents the strongest collection ever produced.