Die Erntemenge war 2024 wieder deutlich geringer als in 2023, das mengenmäßig das größte seit 2007 war. Wir liegen 2024 bei nur rund 16 hl/ha aus den alten Reben auf Clos des Papes. Der Mehltaubefall hat vor allem die Grenache deutlich dezimiert, sodass der Blend etwas mehr Mourvèdre-lastig geworden ist mit rund 40 – das sind 10 Prozent mehr als in 2023. Das ergibt am Ende einen Blend von 45 Prozent Grenache, 40 Prozent Mourvèdre, 10 Prozent Syrah, 5 Prozent Mischpflanzung der anderen alten Regionalsorten. Vincent Avril scherzt, dass er eigentlich keinen Bandol machen wollte, aber der 2024er Clos des Papes schon etwas Küstencharakter hat in seiner Mourvèdre-Auslegung und der Frische, die er ausstrahlt. Wir sind in 2024 dennoch bei einer rötlicheren Fruchtauslegung, eine sehr intensive Kirschwolke mit viel Orangenabrieb und auch etwas Mango oben drüber, dazu deutlich Haselnussgrün, Unterholz, Thymianstrauch und Gewürzbrot, das ist der Mourvèdre-Touch, der diese intensiven Gewürz- und Garriguesnoten mitbringt. Die 2024er sind, wenn sauber gearbeitet wurde, eine eigene Liga in Sachen Fokus und Präzision. Dahingehend sind sie ähnlich zu den 2021ern, aber 2024 ist klar profunder, dichter und konzentrierter als 2021. Direkt neben dem 2023er Clos des Papes probiert, zeigt der 2024er mehr von dieser köstlichen mediterranen Süße der Mourvèdre, was fast ein bisschen Kakao und dunkle Valrhonaschokolade mit Brombeere darunterlegt – und diese dunkel-süße Würze tanzt mit den rotfruchtigen, saftig-frischen Waldbeeren und exotischer Frucht auf der anderen Seite. Dieses Zusammenspiel erzeugt in den 2024ern ein wahnsinnig aufregendes Spannungsfeld, einen Oszillographen aus beeriger Säurefrische der etwas knackiger geratenen Grenache und den üppigen, dichten Mourvèdre-Tanninen, die den Mundraum komplett mit Samt auskleiden. 2024 ist ein faszinierendes Jahr für Clos des Papes, weil er so viel Spiel hat, so viel Vibration und köstliche Exotik. Das ist Châteauneuf in Reinform, in burgundisch-frischer Auslegung wie 2013 oder 2014, aber mit mehr Power und Substanz. In etwas kühleren Jahren könne man Clos des Papes fast mit dem südlichen Burgund verwechseln, freut sich Vincent Avril bei der Probe des 2024ers. Vincent ist ein großer Freund davon, seine Weine zu karaffieren. Aufgrund seines sehr hohen Mourvèdre-Anteils ist die Mourvèdre direkt nach dem Öffnen immer vorne, dadurch wirkt der Wein würziger und dunkler als er eigentlich ist. Nach einigen Stunden in der Karaffe übernimmt die Grenache mehr und mehr das Kommando und die Frucht steigt auf wie Phoenix aus der Asche. Ganz final stellt sich 2024 raus als Wiederkehr des wunderschönen Jahrgangs 2020, Vincent ist ein großer Freund dieses Pärchens.