Zweiter Jahrgang des Heidböhls – aber das erste öffentliche Release. Der 2019er blieb nur einer kleinen Handvoll Gastronomen vorbehalten. Nun endlich auch für Privatkunden zugänglich – und was für ein Einstieg! Ein Brut Nature, der in seiner Klarheit, Spannung und Eleganz seinesgleichen sucht. Die Lage Heidböhl liegt in Königsbach, östlich des Idig, und setzt dessen Hang in Richtung Rheinebene fort. Etwas flacher, etwas kühler, mit einer feinen Brise, die sich auch im Wein wiederfindet. Der Boden: Buntsandstein mit Kalkadern – eine Kombination, die Würze, Tiefe und diese typische Königsbacher Mineralität hervorbringt. Hier wachsen Spätburgunder und Weißburgunder direkt nebeneinander, bereits 1993, gepflanzt. Beide Sorten werden gemeinsam gelesen und gepresst. Gelesen Ende September, im Holz vergoren, im Juni 2021 auf die Flasche gebracht und 46 Monate auf der Hefe belassen. Degorgiert im April 2025, 0 Gramm Dosage, 11,5 % Vol. Alkohol – und doch besitzt dieser Sekt eine Dichte, einen Druck und eine Präsenz, die schlicht verblüffen! Im Duft glasklar und tief: weißer Pfirsich, Grapefruit, Passionsfrucht, reife Birne, dazu Hefewürze, Haselnuss, Kreide, zarte Kräuter und ein Hauch von Meeresbrise. Mit Luft öffnet sich eine feine, fast kühle Würze. Alles bleibt aber enorm straff, elegant, auch animierend. Am Gaumen präzise und kraftvoll zugleich. Feinste Perlage, cremige Textur, zarte Phenolik, salzige Länge. Alles wirkt wie aufgezogen – energiegeladen, aber nie laut. Zitrus, jetzt kommen auch rote Beeren vom Pinot dazu, etwas Brioche, feine Kräuter. Die Säure tänzelt, die Hefe trägt, das Finale zieht minutenlang salzig über den Gaumen. Ein Sekt von seltener Balance: leicht im Alkohol, aber groß in Spannung, Struktur und Tiefe. Keine Spur Schwere, nur Energie und Eleganz. Ein Königsbacher Terroirsekt, ein echtes Original aus dem Hause Christmann und Kauffmann – seidig, salzig, druckvoll und zugleich glasklar. Wirklich stark!