Tertre Roteboeuf: Chateau Tertre Roteboeuf Grand Cru 2021

Chateau Tertre Roteboeuf Grand Cru 2021

Holzkiste

Zum Winzer

Merlot 80%, Cabernet Franc 20%
rot, trocken
14,0% Vol.
Trinkreife: 2028–2060
Verpackt in: 6er OHK
voluminös & kräftig
tanninreich
Lobenberg: 98/100
Yves Beck: 97–98/100
Rene Gabriel: 19/20
Weinwisser: 95–96/100
Jane Anson: 95/100
Tim Atkin: 95/100
Gerstl: 20/20
Frankreich, Bordeaux, Saint Emilion
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Chateau Tertre Roteboeuf Grand Cru 2021

98
/100

Wir haben hier bei Tertre-Roteboeuf immer ein ganz eigenständiges Aromenspiel. Sicher einer der abgefahrensten Weine der Appellation. Es gibt hier immer einen leichten Hang zur hohen Reife, das ist Teil der Philosophie des Château. Man möchte keine frische Frucht, sondern mehr die Terroirnoten in den Vordergrund stellen, aber ohne Überreife. Das ist hier die hohe Kunst. Deshalb gefällt er mir besonders in kühleren Finesse-Jahren wie 2021 so extrem gut. Walderdbeere und Himbeere auf Leder, Pferdesattel, dunkle, erdige Mineralität. Schwarzer Pfeffer, Wacholder auch ein Hauch getrocknete Kräuter. Lorbeerblatt und Thymian. Unglaublich komplex und tiefgründig. Ein Touch Trüffel und Moos. Waldboden. Am Gaumen dann Sauerkirsche, in Salz und Zucker gewendete Cassis, Mokka, immens schiebende Salzigkeit. Multikomplex und hochspannend in dieser animalischen, zupackenden Art. Ein bisschen Freakstoff, aber in 2021 mit einer Extraspur an Finesse. Klingt überraschend fein mit leicht süßlicher, stylischer Cremigkeit aus. Diesen genial eigenständigen Stil schätze ich wirklich sehr. *** ,,Das Weingut von Francois Mitjavile an der Südkante Saint Emilions liegt in Amphitheater-Form auf purem Kalkstein. Der Wein des Großmeisters der Fruchtexpression und Feinheit. Immer einer der besten Saint-Émilion-Produzenten der letzten Jahrzehnte. Immer einer, der besonders spät liest, er kann mit Terroir umgehen wie kaum ein anderer. Nie gegen das Jahr vinifiziert. 80% Merlot, 20% Cabernet Franc ist das Verhältnis hier auf der Tertre Roteboeuf. Francois Mitjavile ist ein absoluter Verfechter der reifen Frucht. Aber niemals der Überreife. Sein Terroir auf reinem Kalkstein ist so perfekt, dass er, obwohl er erst Mitte Oktober erntet, also viel später als andere Winzer, nie überreife Frucht im Keller hat. Das Ganze kann natürlich nur funktionieren, wenn man mit dem Laub gut arbeiten kann und da ist Mitjavile der Großmeister, um die Photosynthese immer auf Volldampf zu halten. Hier auf Tertre Roteboeuf entsteht im Grunde das, was der Charakter des Jahrgangs von Bordeaux ist. Man Pflegt hier einen Stil wie zu Zeiten der französischen Kaiser. Üppig, reichlich, großzügig und trotzdem frisch. Francois lehnt die jungen, wilden Winzer ab, die versuchen, dramatisch früh zu ernten und nicht den typischen Bordeaux-Stil vinifizieren möchten, sondern eher Burgund oder Loire im Hinterkopf haben. Das ist zwar auch großartig, aber nach Meinung von Francois entspricht das nicht dem, was Bordeaux ausmacht. Francois nimmt auch jedes Jahr neue Barriquefässer von Radox. Die Fässer werden sehr heiß und lange getoastet, obwohl man bei Francois nie frisches Holz schmeckt. Sinn der Sache ist, das Holz von innen bis zu drei Millimeter Tiefe zu durchdringen, um die grünen Elemente der Eiche zu eliminieren. Das geht nur, wenn man heißer und länger toastet. Das Ungewöhnlichste ist, dass das neue Holz bei Francois nie spürbar ist. Das liegt an der hohen Intensität und Reife, die hier ins Fass gebracht wird. Dass alle Weine hier spontan vergoren werden, ist natürlich klar. Die Vergärung geschieht im Zementtank. Francois entrappt immer zu 100 Prozent. Gerade in Jahren der Hitze und Trockenheit kommen die Stärken von Francois besonders zum Tragen. Kaum einer versteht es, so frische, feine und gleichzeitig mediterrane Weine zu erzeugen. Francois Mitjavile – der Künstler aller Weinmacher, der den oxidativen Ausbau liebt. Einer der besten Erklärer des Jahrgangs. Hier wird permanent zusammen fermentiert. Wenn die Merlot schon am gären ist, wir die Cabernet häufig einfach dazu geworfen. Auch der Ausbau geschieht somit nicht getrennt. Nach der Gärung ist der Blend schon fertig. Es gibt auch keinen Zweitwein, nur diesen einen Wein. *** ,,Wie in den meisten Regionen Europas lautet der Tenor auch in Bordeaux »2021 - zurück zur Klassik!«. Nach mehreren warmen Jahren in Folge kommt 2021 hier mit genialer kühler Eleganz und niedrigen Alkoholwerten um die Ecke. Sehr schick, fein, dabei aber auch so spannungsgeladen – ein absolutes Traumjahr für Finesse-Trinker. Die Weine zeigen viel aromatischen Fruchtdruck bei wirklich reifer Tanninstruktur durch die längere Vegetationsperiode. Ein großes Aufatmen unter allen Winzern, denn das Ergebnis ist quasi die Entschädigung für die harte Arbeit im Weinberg, die die Natur von Anfang bis Ende des Jahres von allen Beteiligten abverlangt hat. Hohe Niederschläge zu Beginn des Jahres, was gleichzeitig aber auch ein Segen für die trockenen Böden war. Dann nochmal ein Temperaturtief im April, schon nach dem Austrieb. Das Bordelais hat es aber nicht ganz so hart getroffen, die Frostschäden waren hier im Mittel nicht so verheerend wie in anderen Teilen Frankreichs, deshalb sind die Erträge insgesamt doch noch zufriedenstellend. Der Merlot ist außerordentlich edel, mit bemerkenswert konzentrierter Frucht, während der Cabernet unglaublich intensiv und frisch ist, was dem Jahrgang große Eleganz verleiht. Vielleicht in einer Reihe mit 2008, 2012 und 2014 mit seinen jung schon so verführerisch zugänglichen Weinen, die aber auch noch eine lange Zukunft vor sich haben.

Verkostungsnotiz
97–98
/100

Yves Beck über: Chateau Tertre Roteboeuf Grand Cru

Das Bouquet ist besonders dicht und zeichnet sich durch seine klassische Eigenschaft aus, Frische und Reife gemeinsam zu glänzen; so offenbart es Noten von Pflaumen und Brombeeren, gefolgt von Nuancen von Menthol. Mehr denn je unterstreicht der Tertre Roteboeuf seine Stilistik mit einer (...) Süße, Fülle und samtenen, bestens eingebundenen Tanninen von großer Finesse. Der mit einem schönen, frischen und fruchtigen Abgang versehene Wein, der von seinem treuen Diener François Mitjaville assistiert wurde, hat es verstanden, die Besonderheiten des Jahrgangs zu nutzen. Er ist einladend, kräftig und anhaltend. Welch ein bemerkenswerter Wein!

Verkostungsnotiz
19
/20

Rene Gabriel über: Chateau Tertre Roteboeuf Grand Cru

Konzentriertes, dichtes, cremiges, komplexes, frisches Bouquet, Damassinepflaumen, Dörrfrüchte, Kräuterbonbon, getrocknetes Fleisch, Minze. Cremiger, dichter, vielschichtiger, zart opulenter Gaumen mit samtener, dichtverwobener Struktur, viel feinem Tannin, kräftiger, süsser Frucht, konzentrierter, vielfältiger, süsser Aromatik, sehr langer, kräftiger, frischer, cremiger Abgang mit vielen Rückaromen. 19/20

95–96
/100

Weinwisser über: Chateau Tertre Roteboeuf Grand Cru

80 % Merlot, 20 % Cabernet Franc. Dicht verwobenes Bouquet, schwarzbeerige Konturen, dunkles Graphit, verführerische Walderdbeere, getrockneter Thymian und Iris-Duft. Am komplexen Gaumen mit seidiger Textur, fein pfeffrigem Extrakt, balancierter Rasse und engmaschigem Tanningerüst sowie athletischem Körper. Im konzentrierten, langanhaltenden Finale Wildkirsche, geröstete Himbeerkerne, Graphit und erhabene Adstringenz. Ich bin von der grandiosen Klarheit und Eleganz völlig gefesselt, kann noch zulegen. 95-96/100

95
/100

Jane Anson über: Chateau Tertre Roteboeuf Grand Cru

One of my best scoring wines En Primeur, and absolutely delivering now in bottle. Juicy damson and cassis fruits, drawn out tannins that are fine but with grip, orange peel, blueberry, cassis, smoked earth, cloves and liqourice bud. Grilled cedar swirls through the palate, adding sweetness but well matched by the fruit, and this has layers of flavour, with the acidity of the vintage turned into sappy lift. Grapes destemmed but not crushed, 16% press wine, 100% new oak and 100% 1st wine, as ever. 95/100

95
/100

Tim Atkin über: Chateau Tertre Roteboeuf Grand Cru

Rich, wild, living, spicy. Oak and fruit, with power and yet elegance. This is super- inviting and yet again this property defies all constraints of vintage. Powerful and rich in the mouth with layers upon layers of spices, coffee, cedar and black fruit. Concentrated and rich without any greenness at all. Wonderful extract and depth. Fresh acidity and rich rounded tannins. A spectacular wine indeed. 95/100

20
/20

Gerstl über: Chateau Tertre Roteboeuf Grand Cru

Jetzt habe ich diesen 21er in der Nase, das sind Emotionen pur, diese Aromatik sucht ihresgleichen in Bordeaux. Was macht diese herausragende Qualität aus? Sind es die Reben, die kaum ab Boden gehalten werden? Ist es die relativ späte Lese oder ist es die Zauberhand von François Mitjavile? Die aus dem Glas strömende Wärme ist gigantisch. Sehr viel dunkle Früchte, Schokolade, schwarze Trüffel, ein umwerfendes Parfum. Am Gaumen Cremigkeit pur – wo bin ich, im Napa Valley oder in St. Emilion? Unheimlich viel Druck und Konzentration, alles getragen von einer genialen Leichtigkeit, wiederum viel schwarze Trüffel, Kräuter, Veilchen, mmmhhh... Das ist der einzige Wein, der für mich vom Fassmuster bis ins hohe Alter höchsten Genuss bietet. Ich liebe insbesondere die vermeintlich kleineren Jahrgänge, alles ist immer etwas frischer, vergleiche es gerne mit Rayas, wo ich ähnliches empfinde. 20/20

Mein Winzer

Tertre Roteboeuf

Francois Mitjavile, Besitzer, Weinmacher, Önologe und Weinbergsarbeiter in Personalunion, ist eine lebende Legende. Der Mann ist weltoffen und redegewandt, dennoch in seiner selbstgewählten ausschließlichen Fixierung auf seine Weingüter und auf die Merlottraube fast etwas schrullig und skuril, er...

Chateau Tertre Roteboeuf Grand Cru 2021