89 Prozent Cabernet Sauvignon, zehn Prozent Merlot und ein Prozent Cabernet Franc. Reiche, dichte, aromatische und von Beginn an klassische Nase. Viel schwarze Frucht, schwarzer Pfeffer, aber keine Schärfe. Anders als der extrem schlanke, klassische, schwarzfruchtige Lafite, tendiert Mouton deutlich mehr zur wärmeren Seite. Warme, dunkle Knubbelkirschen, Schwarzkirschen, sehr aromatisch. Sehr klassisch im Mund, aber gleichzeitig mit dem Schönen der Neuzeit: Total geschliffene und polierte Tannine, sehr fein und elegant. Tolle Länge. Ihm fehlt ein bisschen der letzte Punch, um wirklich superklassisch zu sein und ihm fehlt die letzte Süße, um zur Neuzeit zu gehören. Irgendwo best of both worlds. Sehr schöner Mouton und sicher in der allerersten Reihe der Appellation. *** ,,Wie in den meisten Regionen Europas lautet der Tenor auch in Bordeaux »2021 - zurück zur Klassik!«. Nach mehreren warmen Jahren in Folge kommt 2021 hier mit genialer kühler Eleganz und niedrigen Alkoholwerten um die Ecke. Sehr schick, fein, dabei aber auch so spannungsgeladen – ein absolutes Traumjahr für Finesse-Trinker. Die Weine zeigen viel aromatischen Fruchtdruck bei wirklich reifer Tanninstruktur durch die längere Vegetationsperiode. Ein großes Aufatmen unter allen Winzern, denn das Ergebnis ist quasi die Entschädigung für die harte Arbeit im Weinberg, die die Natur von Anfang bis Ende des Jahres von allen Beteiligten abverlangt hat. Hohe Niederschläge zu Beginn des Jahres, was gleichzeitig aber auch ein Segen für die trockenen Böden war. Dann nochmal ein Temperaturtief im April, schon nach dem Austrieb. Das Bordelais hat es aber nicht ganz so hart getroffen, die Frostschäden waren hier im Mittel nicht so verheerend wie in anderen Teilen Frankreichs, deshalb sind die Erträge insgesamt doch noch zufriedenstellend. Der Merlot ist außerordentlich edel, mit bemerkenswert konzentrierter Frucht, während der Cabernet unglaublich intensiv und frisch ist, was dem Jahrgang große Eleganz verleiht. Vielleicht in einer Reihe mit 2008, 2012 und 2014 mit seinen jung schon so verführerisch zugänglichen Weinen, die aber auch noch eine lange Zukunft vor sich haben.