85 Prozent Merlot und 15 Prozent Cabernet Franc. 45 Hektoliter Ertrag pro Hektar. Zu 50 Prozent im neuen Holz ausgebaut. 13 Volumenprozent Alkohol. Es gab hier 2021 keinen Frost und keinen Mehltau. Veilchennase, blumig und intensiv. Aber auch sehr filigran, sehr viel schwarze Kirsche. Der Mund ist eher schick, fein, verspielt und spacig als wuchtig. Alles schwebt – Sauerkirsche und Schwarzkirsche spielen umeinander, ein bisschen rote Johannisbeere darunter. Etwas pinke Grapefruit, guter Säurekick, fast ein bisschen Chilischärfe. Salzige Länge. Ein sehr eleganter, spielerisch-leichter, ätherisch-abgespacter La Mondotte, ohne Fleisch und viel süßer Frucht in der Mitte, sondern eher auf der schwebenden Seite bleibend. Schicker Wein, wenn auch nicht groß. *** ,,La Mondotte ist das Spitzenweingut von Graf Neipperg von Canon La Gaffelière. Es liegt in bester Lage ganz oben auf dem Kalksteinplateau von Saint-Émilion, in einem Dreiecksverhältnis zwischen Troplong Mondot und Tertre Roteboeuf. Allerbestes Kalkstein-Terroir mit leichter Lehm-Sand-Auflage. *** ,,Wie in den meisten Regionen Europas lautet der Tenor auch in Bordeaux »2021 - zurück zur Klassik!«. Nach mehreren warmen Jahren in Folge kommt 2021 hier mit genialer kühler Eleganz und niedrigen Alkoholwerten um die Ecke. Sehr schick, fein, dabei aber auch so spannungsgeladen – ein absolutes Traumjahr für Finesse-Trinker. Die Weine zeigen viel aromatischen Fruchtdruck bei wirklich reifer Tanninstruktur durch die längere Vegetationsperiode. Ein großes Aufatmen unter allen Winzern, denn das Ergebnis ist quasi die Entschädigung für die harte Arbeit im Weinberg, die die Natur von Anfang bis Ende des Jahres von allen Beteiligten abverlangt hat. Hohe Niederschläge zu Beginn des Jahres, was gleichzeitig aber auch ein Segen für die trockenen Böden war. Dann nochmal ein Temperaturtief im April, schon nach dem Austrieb. Das Bordelais hat es aber nicht ganz so hart getroffen, die Frostschäden waren hier im Mittel nicht so verheerend wie in anderen Teilen Frankreichs, deshalb sind die Erträge insgesamt doch noch zufriedenstellend. Der Merlot ist außerordentlich edel, mit bemerkenswert konzentrierter Frucht, während der Cabernet unglaublich intensiv und frisch ist, was dem Jahrgang große Eleganz verleiht. Vielleicht in einer Reihe mit 2008, 2012 und 2014 mit seinen jung schon so verführerisch zugänglichen Weinen, die aber auch noch eine lange Zukunft vor sich haben.