La Croix: Chateau La Croix 2022

Chateau La Croix 2022 1,5 l

Holzkiste

Zum Winzer

Merlot 100%
rot, trocken
14,5% Vol.
Trinkreife: 2030–2061
Verpackt in: 6er OHK
voluminös & kräftig
tanninreich
Lobenberg: 98+/100
Gerstl: 20/20
Frankreich, Bordeaux, Pomerol
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Chateau La Croix 2022

98+
/100

100 Prozent Merlot. 14,2 Volumenprozent Alkohol. La Croix ist als Nachbar von Beauregard immer die Königin der eleganten Weine von Pomerol. So eine unübliche Finesse und Feinheit! Gerade in 2022 ist alles nochmal ätherischer und abgehobener. Was man im Grunde erstmal nicht glaubt, denn 2022 hat den höchsten Tanninlevel und ist konzentriert im Extrakt. Aber in der Ausprägung ist es so schicke süße rote Frucht mit Kirsche und Veilchen. Auch Wiesenblumen und Rosenblätter. Schicke Süße ausstrahlend, ein bisschen Nutella und Nougat darunter. Fein schwebend! Der Mund unglaublich schick, fast abgehoben – auf dem Drahtseil balancierend mit einem kleinen Schirm in der Hand. Alles schwebt, alles ist schick. Rote Kirsche, Sauerkirsche und rote Johannisbeere laufen auf einer Basis von Schwarzkirsche und Samt und Seide. La Croix war immer schon das feinste Pomerol, aber 2022 ist nochmal feiner, nochmal ätherischer und trotzdem gibt es Massen von Tanninen, die aber super poliert sind. Ein Tremolo, ein Mozart-artiges Spiel – Vivaldi trifft auf Mozart! Hier tut einfach gar nichts weh, es ist einfach nur verspielt, voller Finesse und Delikatesse. Einfach nur trinken und sich wohlfühlen und dann eine neue Flasche aus dem Keller holen. La Croix 2022 ist nicht besser als 2020 oder 2019, es ist nur nochmal feiner, nochmal spielerischer und femininer. Trotzdem ist die Kraft darunter einfach nur wunderschön. Es ist nicht der größte La Croix aller Zeiten, weil er sich einfach auf dem gleichen Level wie 2019 und 2020 bewegt, nur in einem anderen Charakter. Er ist auch nicht der größte Pomerol des Jahrgangs, aber ganz sicher der Feinste. *** Château La Croix ist ein Weingut der Familie Janoueix. Jean-Philippe Janoueix ist persönlich verantwortlich für die Weinberge und den Keller. Es ist ein winziges Weingut mitten in Catusseau, direkt neben Beauregard. Seit Ewigkeiten ein Geheimtipp. Schwer zu finden, da der Wein nicht über den Place Bordeaux läuft, sondern nur über wenige exklusive Importeure vertrieben wird. Das ist das klassische Old Fashion Weingut in Sachen Vinifikation. Aber das basiert natürlich auf dem Terroir. Früher wurden Sandböden in Pomerol verpönt, gerade in den 70ern und 80ern. In feuchten und zu kühlen Jahrgängen blieben die Weine von den Sandböden zu leicht und meist auch etwas grün. Erst im Lauf des Klimawandels stellte sich heraus, dass diese Böden hervorragend geeignet sind und sowohl grandiose Finesse hervorbringen als auch die Wärme und die Reichhaltigkeit der Jahrgänge. Die Weine von diesen Böden, wie jene von La Croix, dem Nachbar Beauregard, Château Mazeyres oder sogar Le Pin, ein in Steinwurfentfernung liegender Nachbar, bringen eine wahnsinnige Verspieltheit. Sie brauchen aber warme Jahrgänge. Seit 2015 gehören die Domaines von diesen Böden immer mehr zum Allerbesten der Appellation. Sandböden auf Kalkstein, so gut wie kein Lehm, nur etwas, aber kein schwerer Lehm. Der Wein wird klassisch im Zement spontan vergoren. Nach der Gärung bleibt der Wein noch drei Wochen auf den Schalen. Der Ausbau geschieht nur zum Teil in neuem Holz, seit 2015 überwiegend in Stockinger Holzfässern von 1500 bis 2500 Litern, um weiter vom Holzeinfluss wegzugehen. Nur ganz vorsichtiges Pumpover während der Vergärung. Ab 2017 trat der neue Önologe in das Weingut ein, der zuvor auf Clinet sieben Jahre lang verantwortlich war. Ein ausgewiesener Großmeister der Finesse, was natürlich für La Croix perfekt passt. Das Weingut wird immer noch von den Eltern von Jean-Philippe bewohnt. Sie nehmen auch nach wie vor Einfluss auf die Vinifikation. La Croix ist ein fast reinsortiger Merlot, der allerdings teilweise bis zu fünf Prozent Malbec dabeihat.

Jahrgangsbericht

Der Ausnahme-Jahrgang 2022 gilt als eine der konzentriertesten und reichsten Saisons aller Zeiten – trotz extremer Sommerhitze bestechen die Top-Weine mit monumentaler Dichte, einer überraschend tiefen Säurestruktur und beispiellosem Lagerpotenzial.

20
/20

Gerstl über: Chateau La Croix

Der Duft ist traumhaft frisch, ein geniales Fruchtbündel, unterlegt mit ganz viel Terroirtiefe. Da strahlt ein ganz grosser, sehr edler Pomerol aus dem Glas, der Duft fesselt mich richtig. Samtiger Gaumenfluss, über die Feinheit der Tannine kann man nur staunen, betörende Frische, schwarze Frucht steht im Vordergrund, raffiniert begleitet von edlen Terroirnoten. Der schmeckt ganz einfach unfassbar gut, die beschwingte Leichtigkeit des Seins, alles ist total zart, filigran, gleichzeitig beinahe spektakulär aromatisch. Das ist Delikatesse und Kraftpaket zugleich, löst bei mir eine vibrierende Gänsehaut aus. Ich werde demnächst das Vergnügen haben, die 30 grössten Jahrgänge von La Croix verkosten zu dürfen. Ich bin aber jetzt schon sicher, dass 2022 der allergrösste ist. 20/20

Mein Winzer

La Croix

Der 1867 geborene Jean Janoueix kam 1898 nach Bordeaux und gründete ein Weinhandelshaus. Sein Sohn ist der legendäre Joseph Janoueix, der die meisten Chateaux in der Großregion um Pomerol ab 1930 kaufte. Der 1867 geborene Jean Janoueix kam 1898 nach Bordeaux und gründete ein Weinhandelshaus.

Chateau La Croix 2022