Dieser Biodynamiker der ersten Stunde hat mich 2023 besonders interessiert, in diesem Jahr des Hedonismus. Feine schwarze Kirsche, ein bisschen Cassis darunter. Schick in der Nase, gar nicht anstrengend, nur fein. Im Mund kommt Sauerkirsche dazu und ein guter Grip vom Kalkstein. Feine Salzspur am Ende, leichte Veilchennote im mittleren Körper. Ein guter Saint-Émilion, aber ohne Größe. Früh zugänglich, geschmackvoll und lecker. *** Château Fonroque ist ein biodynamisches Weingut im Besitz von Alain Moueix, einem der Vorreiter der Biodyn-Bewegung überhaupt. 17,6 Hektar mit winzigsten Erträgen. Dichtpflanzung auf Kalkstein, direkt auf dem Plateau, also bestes Terroir. Die Trauben bei Biodynamikern reifen in der Regel viel schneller, da die Weinberge sehr gesund sind. Zusätzlich dazu kommen die geringen Erträge und die Dichtpflanzung. Das bedeutet, dass pro Stock auch mal nur 500 Gramm geerntet werden. Auch führt die Eliminierung von chemischen Spritzvorgängen dazu, dass die physiologische Reife in den Kernen viel eher erreicht ist. Die Vergärung erfolgt natürlich spontan, die Trauben werden komplett entrappt und im Zement sowie im Stahltank vergoren. Der Ausbau erfolgt in 30 Prozent neuen Barriques und 70 Prozent gebrauchten. Die Besonderheit bei Fonroque liegt im niedrigen pH-Wert des reinen Kalkbodens. Hier bewegt man sich klar im basischen Bereich. Das sorgt immer für hohe Frische und Säure.