Ch. de Rouanne war der große Gewinner von 2021 und ist es witzigerweise auch 2022 wieder, aber aus einem sehr anderen Grund. Es gab 2021 nur wenige Appellationen, die so viel Anmut und Dichte erreicht haben, in 2022 haben das fast alle. Der langgezogene Hang mit guter Drainage und den konstanten Winden half in 2021 die Trauben trocken zu halten, in 2022 hat es wie eine Klimaanlage funktioniert und vor Überreife bewahrt. In 2022 wurden alle Trauben komplett entrappt. In der Gemeinde Vinsobres wachsen die besten Syrah des Südens, da sind sich nahezu alle Winzer einig. Das erklärt die Eleganz und Finesse dieser Weine. Wenn man solch finessenreiche Syrah als Rückgrat hat, hilft das der Grenache definitiv. In diesem Wein ist es sogar reine Syrah – und damit der purste Ausdruck dieser eleganten Kraft von Rouanne. In Gigondas arbeitet Louis Barruol mit 100 Prozent Ganztrauben, das ist sein Stil. Auf Rouanne hat er das auch versucht, aber das Terroir von Vinsobres gibt das nicht her. Er sagt, es ist wie mit den alten Bordeaux bis zu den 1970ern, die Weine brauchen zu lange, wenn sie nicht entrappt werden. Die Tannine sind jung zu rustikal. Sehr dichte, dunkle Frucht, Cassis, Boysenberry, auch gelbe Frucht kommt hinzu Reneclaude, etwas Mangoschale. Das Finale wird von Kaffee- und Schwarzkirschbitterstoffen begleitet. Die dichten, voluminösen Tannine der Syrah übernehmen den gesamten Mundraum und machen keine Gefangenen. Le Cote ist deutlich eleganter und feiner in der Struktur im Vergleich zum Vinsobre Village, zudem bekommt er diesen leicht exotischen Touch. Das ist schon eine bemerkenswerte Lage.