Lobenberg: Ein winziges Weingut mit nur 1,3 Hektar Rebfläche. Es ist im Besitz von Sophie Fourcade und liegt einfach perfekt, besser geht es im Grunde nicht: Direkt oberhalb von Château Clos Fourtet, in Steinwurfentfernung zur Kirche, auf dem absoluten Hochplateau von Saint-Émilion. Reiner Kalkstein mit leichter Lehmauflage. 85 Prozent Merlot, acht Prozent Cabernet Franc, sieben Prozent Cabernet Sauvignon. Sophie Fourcade war früher auch im Besitz von Château Grandes Murailles und Côte de Baleau, die sie beide an den Besitzer von Clos Fourtet verkauf hat. Nur Clos Saint-Martin hat sie behalten. Die Weine werden inzwischen vom Team Moueix vinifiziert. Ein kleines Kultweingut, das mit zum Besten von Saint-Émilion gehört. Alles Handarbeit mit extremer Sortierung. Komplette Entrappung, spontane Vergärung. Zuvor sechs Tage Kaltmazeration in offenen Holzfässern, danach auch in offenen Holzfässern vergoren und anschließend der Ausbau in 100 Prozent neuem Holz und zu 20 Prozent in Amphoren. Ein Winzling, der schwer zu finden ist, einfach Kult. Schwarze Kirsche mit ein wenig Eisen darunter. Sehr intensiv, reich und voluminös, aber nicht fett. Schöne elegante Dichte – schon faszinierend… Orangenzesten darunter, etwas Mango. Ungeheure Intensität im Mund. Reichlich Fülle, aber nicht fett. Ein unglaublich voller Wein. Wie kann man so voll, kraftvoll und dicht sein und trotzdem so fein und überhaupt nicht fett? Der Wein ist überhaupt nicht dick, er ist nur faszinierend in seiner ziemlich einzigartigen Ausprägung. Nochmals deutlich feiner als der Nachbar Clos Fourtet und gleichzeitig voluminöser, nicht besser, nur ziemlich anders. Das kommt sicherlich auch durch die 20 Prozent Amphoren, denn die geben absolut Fülle. Man muss nicht Clos Saint-Martin über Clos Fourtet setzen. Man kann allerdings. Es ist letztlich eine Frage des persönlichen Geschmacks. Aber ein großer Wein ist Clos Saint-Martin allemal. Ziemlich unique und superschwer zu finden. Etwas ganz Besonderes. 97-99/100