Clos Louie: Chateau Clos Louie 2025

Chateau Clos Louie 2025 1,5 l

BIO

Holzkiste

Zum Winzer

Cabernet Franc 50%, Merlot 40%, Malbec 10%
rot, trocken
14,0% Vol.
Trinkreife: 2031–2063
Verpackt in: 6er OHK
seidig & aromatisch
strukturiert
fruchtbetont
Lobenberg: 100+/100
Yves Beck: 94–96/100
Gerstl: 20/20
Frankreich, Bordeaux, Cotes de Castillon
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Chateau Clos Louie 2025

100+
/100

Clos Louie besteht 2025 aus 40 Prozent Merlot, 10 Prozent Malbec und 50 Prozent Cabernet Franc. 13,7 Volumenprozent Alkohol. Die Ernte fand am 15. und 16. September statt. Die Trauben wurden zu 100 Prozent entrappt. Der pH-Wert liegt bei 3,38, der Tanninwert bei 8,5 Gramm, was sehr hoch ist. Der 2025er ist für Clos Louie erstaunlich dunkel. Dunkles Rubinrot mit Schwarz, glänzend, aber undurchsichtig. Eine Nase, die mich sofort an 2023 erinnert. Mit diesem umarmenden Charme – man mag reinplumpsen! Unglaublich aromatisch und reich mit satter Sauerkirsche, süßer roter Kirsche und sehr reifer Zwetschge. Dazu auch viel Schwarzkirsche. Tolle aromatische Wucht, aber auch Charme ohne Ende! Einfach umarmend, reich und dicht… Dazu dunkle Lakritze und dunkle Schokolade, auch eine leichte Maracujanote darunter und etwas sehr reife Mango. Im Mund noch einmal etwas samtig dichter als der grandiose 2023er. Wow, so eine Intensität! So unglaublich viel Frucht mit Tanninmassen, die aber butterweich und samtig sind! Satte süße rote Kirsche, süße Sauerkirsche und Walderdbeere, dazu viel Himbeere. Hochintensiv, dicht, reich und samtig! Voller Tannin, voller Seide, aber total intensiv und dabei pikant. Ja, fast dick und üppig. Der Mund ist komplett erfüllt – ein Maul voll Wein! Was für ein Castillon, was für ein erotisches, saftiges Teil! Ich bin völlig geflasht von so viel Intensität. Das ist ein Clos Louie mit der Fülle im Mund wie ein Château L’Evangile. So reich, mit einer Cabernet Franc wie von Château Cheval Blanc mit etwas Clos Rougeard von der Loire. Das ist vielleicht der beste Clos Louie, den ich bisher probiert habe. So intensiv und so schick, so luftig und verspielt, gleichzeitig so unglaublich dicht! Ein großer Wein! Es ist fast nicht möglich, aber vielleicht noch besser als der sensationelle, genial umarmende 2023er. *** Ein Weingut am Rande der Appellation zu Saint-Émilion, mit weniger als 15 Hektar Anbaufläche, dessen Kern eine nur 0,85 Hektar große Zelle bildet, bestockt mit bis zu 150 Jahre alten, wurzelechten Reben, Prephyloxera. Das mit Abstand beste Château in Castillon, das es locker mit allen Weingütern in Saint-Émilion aufnehmen kann. Direkter Nachbar ist Eric Jeanneteau von Tertre de la Mouleyre, das noch in Saint-Émilion liegt. Valandraud und Mangot und Fleur Cardinale liegen auch direkt hier. Der Weinberg von Clos Louie steht in der Gemeinde Saint-Philippe-d‘Aiguilhe. Merlot, Malbec, Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc. Die verschiedenen Plots sind unterschiedlich alt. Der jüngste ist 60 Jahre. 60 Prozent Merlot, 10 Prozent Malbec, 30 Prozent nehmen die Cabernet-Sauvignons im gemischten Satz ein. Die Weinberge sind über einer Eisenauflage auf reinem Kalkstein gelegen, biologische, biodynamische Bearbeitung, Gras- und Kräuterbewuchs. Die Lehmauflage über dem reinen Kalkstein ist etwa 30cm dick. Der Ertrag ist auf Grund des hohen Alters der Reben extrem gering. Unter 20 hl/ha. Alles wird in Handarbeit erledigt und auf einem Tisch händisch sortiert und entrappt. Ein Aufwand, welchen sich ein großes Weingut gar nicht leisten könnte. Der alte Weinberg ist mit 6.500 Stöcken pro Hektar bepflanzt. Das Weingut ist inzwischen biodynamisch zertifiziert. Önologe ist Claude Gros, Besitzer sind Pascal und Sophie Lucien-Douteau. Die Weine werden im Zement, aber auch im offenen 30-Hektoliter-Inox-Stahltank vergoren, danach in 600-Liter-Stockinger-Tonneaux, 300 Liter Holzfässer und in Barriques von Sylvain für 20 Monate ausgebaut. Sie bleiben ohne Bâtonnage in diesen Fässern. Unberührt bis zur Abfüllung. Seit 2018 gibt es ein paar kleine neue Plots mit alten Reben dazu, insgesamt gibt es somit maximal etwas über 5.000 Flaschen Clos Louie, es bleibt immer noch ein rares Elixier.

Jahrgangsbericht

Was für ein Jahrgang! Perfektes Wetter und Klima von Beginn an, reichlich Wasser im Winter und Frühjahr, gute Blüte, sich langsam steigernder Sommer inklusive, wie so oft, etwas zu viel Trockenheit und Hitze, zum Glück dann gerade noch rechtzeitig reanimierende Schauer Ende August und Anfang September. Etwas extrem nur, am linken Ufer nicht so brutal wie 2022, und doch intensiver und perfekter und etwas massiver und druckvoller als 2023 und 2024, sehr 2016er Stil! Viel besser geht es nicht. /// Auf dem rechten Ufer eher eine Wiederholung von 2022. Nach den bis dahin größten, massiven Jahrgängen 2005, 2009 und 2010, den elegant archetypischen, perfekte balancierten konzentrierten 2016 und feinerem 2020, dem spannend aufregenden Unikats-Jahrgang 2019, dem »best ever« 2022, dem umarmenden Supercharmeur 2023 und dem schlanken, reifen und zarten 2024, kommt 2025 wie bestellt und auf Samtpfoten mit einem eigenen Charakter daher. Die konzentrierte Eleganz und große Harmonie und Frische aus 2016 kommt auf dem linken Ufer dazu, ergänzt um die, sich nach der Gärung schon zeigende, erstaunlich frühe Zugänglichkeit und seidige Eleganz mit fruchtig, charmant saftigem Trinkfluss. /// Er scheint auf dem rechten Ufer den ewig lagerfähigen Tannin-Blockbuster (bei sehr moderater Säure) des Hyper-Jahrgangs 2022 (die Reinkarnation von 1982 und 1961 und 1945) zu kopieren, auf dem linken Ufer den 2016er, aber doch auch mit dem viel saftigeren und charmant umarmenden 2023er vereint. 2025 scheint dazu die Spannung und Frische bei sehr moderatem Alkohol (13 Grad) aus 2019 zu ergänzen, und dieser erstaunlich geringe Alkohol ist schon ein Merkmal der Perfektion. Die konzentrierte Eleganz und große Harmonie und Frische aus 2016 kommt auf dem linken Ufer dazu, ergänzt um die, sich nach der Gärung schon zeigende, erstaunlich frühe Zugänglichkeit und seidige Eleganz mit fruchtig, charmant saftigem Trinkfluss. /// Am linken Ufer gibt es ein Drittel weniger Menge als im Durchschnitt, kleinste Beeren, viel Struktur in den Cabernets, aber dank des späten Regens und einiger segensreicher Regensommerstürme auch eine gewisse Frische und Saftigkeit bei toller Reife und Frucht mit perfekter, mittlerer Säure und nur 13 Grad Alkohol. Jean Marc Quarin, Frankreichs Verkostungs-Star: »... eher dem Jahr 2016 ähnlich als 2022 – mit vergleichbaren Alkoholgraden zwischen 13,0 und 14,0 % und ähnlich niedrigen pH-Werten, gleicht 2025 einem 2016(+) mit mehr Präsenz schon beim ersten Eindruck, einem volleren, breiteren Mittelgaumen, einem ansteigenden Verlauf und längeren Abgängen.« Die Werte und Geschmackseindrücke der telefonischen Reports der »Superseconds« von Montrose und Pichon Lalande sowie Pontet Canet erinnert an 2020 und 2016. /// Meine allerersten Eindrücke Ende Januar bestätigen die große Ähnlichkeit mehr zu 2016, etwas konzentrierter und dichter als 2020. Ein perfektes Jahr und ein einfach superber Jahrgang 2025, allerdings mit sehr geringen Mengen. Reife, extrem fruchtige Merlots mit spät voll reifender, pikanter Cabernet und winzigen Erträgen. /// Im Süden, in Pessac, klingt es sogar euphorisch. Der biodynamische Régisseur von Château Carmes Haut Brion, Guillaume Pouthier, schrieb mir im Oktober: »2025 is a very very great vintage because the wine (after 30 days in the vat) comes with a perfect balance, huge and very fine structure, a lot perfume and already an amazing drinkability. It’s a PARADOX vintage because all the people think we find a lot of alcohol in the wine but the average for Carmes is only 13°. It’s a WOW vintage. Come on Heiner, taste it !!!« /// Auf dem rechten Ufer haben die besten Kalksteinterroirs Saint Emilions und die Feuchtigkeit speichernden kühleren Lehmböden des Pomerol grandiose Ergebnisse eingefahren. Die Merlot war mehr als superb in Pomerol, vielleicht ein »best ever«, weil 2025 trotz der Mini-Erträge doch saftiger ist als 2022. Dafür litt Cabernet in Pomerol auf sandigen Böden unter der Trockenheit, auf feuchtem Lehm und Ton und auf Kiesböden war alles fein, allerdings auch hier sehr kleine Erträge. Auf Kalkstein war die Cabernet Franc der großartigen Merlot sogar überlegen, so gut war das Ergebnis dieser Rebsorte noch nie sagt der Castillon-Biodynamiker Clos Louie und Adrien Beaulieu vom Bio-Weingut Château Coutet. DAS "Cabernet-Franc Jahr" 2025 sagen sie. Chateau Coutet und das ebenfalls biologisch arbeitende Jean Faure vergleichen 2025 sogar mit einem etwas balancierteren und konzentrierteren 2019 und setzen den Jahrgang 2025 ob seiner fruchtigen Saftigkeit und Frische mit geringem Alkohol sogar über 2022. Alles bei moderaten 13,5 Alkohol auf Kalkstein und moderaten 14 Grad Alkohol auf Lehm und Sand und Kies in Pomerol. Auf Kalkstein in Saint Emilion und Castillon, dem in 2025 wohl perfekten Terroir, gab es sogar halbwegs normale Mengen. In Pomerol hat die Trockenheit ihren Tribut in Form von 30% Ernteeinbußen gefordert. Reif, saftig, fruchtig, elegant, sehr balanciert trotz hoher Konzentration, aber eben sehr wenig. /// 2025 reiht sich ganz sicher ein bei den besten Bordeaux-Jahrgängen ever aus 2009, 2016 und 2022, und ist dabei einer der balanciertesten und ausgewogendsten Jahrgänge überhaupt. UND sehr früh zugänglich und charmant. So soll es sein! /// Aber die Winzer sagen auch, dass sie mit solch extremen Klimabedingungen und geringsten Erträgen, auf Dauer am Rande der Überlebensfähigkeit sind.

Verkostungsnotiz
94–96
/100

Yves Beck über: Chateau Clos Louie

Pascal Lucins Streben nach Definition und Präzision ist ein wiederkehrendes Merkmal, das sich zwangsläufig in seinen Weinen widerspiegelt. „Mir ist es wichtig, die aromatischen Subtilitäten zu betonen“, erklärt Pascal Lucin. Die Nuancen süßer Gewürze verbinden sich mit Düften von schwarzen Beeren und sogar einem Hauch von Zitrusschale, was die vorhandene Frische betont. Am Gaumen ist der Wein leicht cremig. Er vereint Fülle, Charme und Temperament und verfügt somit über eine außerordentliche Harmonie. Er stützt sich auf feinkörnige Tannine, die ihm Kraft und Fülle verleihen, während die Säure strukturierend und animierend wirkt. Ein Wein von seltener Subtilität, der sich durch seinen würzigen und stimmigen Charakter auszeichnet.

20
/20

Gerstl über: Chateau Clos Louie

Was ist das doch für ein traumhafter Fruchtausdruck, intensiv, komplex, tiefgründig, da ist verschwenderische Vielfalt, ästhetisch makellos, brillant in Szene gesetzt, nur schon dieser Duft ist ein sinnliches Erlebnis. Herrliche Frische auch am Gaumen, köstlich süss, immens konzentriert eine kleine Fruchtbombe, aber so etwas von elegant, leichtfüssig, beschwingt, das immense Geschmacksspektrum wird getragen von einer grossen Tanninmasse, die komplett seidig ist und der Wein besitzt ein faszinierendes mineralisches Rückgrat, ein komplexer Terroirwein. (mg)

Mein Winzer

Clos Louie

Es handelt sich bei diesem Weingut nur um 0,85 Hektar. Bis zu 150 Jahre alte Reben, wurzelecht, Prephyloxera. Merlot, Malbec, Carmenere, Cabernet Franc. Lehm-Eisen-Auflage auf reinem Kalkstein, biologische Bearbeitung, Gras- und Kräuterbewuchs.

Chateau Clos Louie 2025