54 Prozent Cabernet Sauvignon, 39 Prozent Merlot, fünf Prozent Petit Verdot und zwei Prozent Cabernet Franc. Der 2022er hat eine sehr elegante Nase. Ganz feine helle Lakritze, Rosenblätter, rote Kirsche und Sauerkirsche. Veilchen nur ganz zart dahinter. Nichts Wuchtiges, einfach nur fein schwebend. Ohne, dass es jetzt leicht wäre, aber der Wein bleibt filigran in der Nase. Ein aromatischer Sauerkirsch-Schlehe-Mund mit feiner heller Lakritze, Nougat, Nutella und Wiesenblumen. Eine schöne Länge, fein verwoben. Ganz leicht trocken, aber insgesamt sehr burgundisch, fein und verspielt. Mit guter Länge salzig endend, dazu ein Hauch Eisen, Blut und Grafit. Er bleibt dabei absolut auf der Finesse-Seite mit seinen seidigen Tanninen. Ein verspielter, schöner, harmonischer Chasse-Spleen. Eine kleine tänzelnde Schönheit – gefällt mir sehr gut und ist wohl der beste, hier jemals erzeugte Wein! *** Chasse-Spleen war lange Zeit der absolute Superstar der Appellation Moulis, die neben Margaux liegt, noch vor Listrac. Moulis wurde dann stärker dominiert von Branas Grand Poujeaux, von Poujeaux und anderen. Chasse-Spleen verschlief die Zeit ein wenig. Vor allen Dingen geriet der Wein in den letzten Jahren immer etwas grün und unreif. Man erntete zu früh. Spätestens seit 2020 ist Chasse-Spleen langsam, aber sicher wieder zurück auf der Spur.