La Salvación stammt aus einer nur rund einen Hektar kleinen Einzellage in 550 Metern. Uralter Rebbestand, über 100 Jahre alte Mencía die vor etwa 18 Jahren umgepfropft wurde auf Godello. Reine Godello, entrappt, dann schonend und sehr langsam auf einer pneumatischen Presse abgepresst und im 500 Liter Tonneau vergoren und ausgebaut. Schon die Nase schreit förmlich »Burgund!!« mit dieser durchdringenden, aber sehr feinen reduktiven Spannung. Feuerstein und perfekt eingebundenes, leicht rauchiges Holz trifft auf reife Limette, Zitronenschale, weißen Pfirsich und Zitronengras. Am Gaumen dann mit Limette und Amalfizitrone ein Mix aus grüner und gelber Zitrusfrucht. Dann auch Marille und helle Exotik von Passionsfrucht. Kalkige Mineralität gibt Textur und ordentlich Schub, die kristalline Säurestruktur lässt dabei die Augen schmal werden. Auch im Mund habe ich hier schlankes Burgund oder vielleicht Chablis, nicht Grand Cru Komplexität, aber mit einigen 1ers kann das hier sicher schon mithalten. Endet mit griffiger Salzigkeit und feiner, ätherischer Kräuternote von Salbei und Melisse im Nachhall. Schöne Länge, durchaus fordernd und komplex. Godello auf Spitzen-Niveau allemal!
2024 startete mit viel Wasser ins Jahr, hervorragende Auffüllung aller Speicher. Das Frühjahr brachte immer noch Regen und manchmal Kühle, Verrieselung der Blüte und Kampf gegen Pilze. Das bedeutet insgesamt geringer Ertrag. Ein moderater Sommer war perfekt für ein frisches Ergebnis, im Spätsommer und Herbst folgten einige Regenfälle. Wer vor der zweiten Oktoberwoche mit den schweren Regenfällen alles gelesen hatte (ALLE Topwinzer lesen inzwischen spätestens Anfang Oktober) hatte ein superbes Ergebnis. Rassige, frische Weine wie 2021, Cool Climate, vibrierende Rotweine und aufregende Weißweine. 2024 ist bei den besten Winzern Spaniens ein großes Jahr wie 2021. Schlanker und kühler als das opulentere 2023, reifer und zugleich frischer als das überheiße und blockierte 2022, aufregender und vibrierender als 2018 bis 2020. In der Klasse sicher so groß wie 2016 und 2019, eher noch etwas spannender und schicker, wie gesagt mit sehr viel Parallelen zu 2021.