Cascina Penna-Currado: Dolcetto D'Alba Bricco Lago 2022

Cascina Penna-Currado: Dolcetto D'Alba Bricco Lago 2022

Dolcetto 100%
rot, trocken
12,5% Vol.
Trinkreife: 2024–2036
fruchtbetont
saftig
seidig & aromatisch
Lobenberg: 94/100
Jeb Dunnuck: 91/100
Italien, Piemont
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Dolcetto D'Alba Bricco Lago 2022

94
/100

Dieser Dolcetto wird ganz im Beaujolais Stil mit 75 Prozent ganzen Trauben gemacht, davon kamen 30 Prozent un-entrappt, also mitsamt den Stielen in den Tank. Leuchtendes Rubinrot mit Violett. Dieser Wein steckt voller Energie und purer Freude – die Aromen leuchten in bunten Farben! Vor allem haben wir blaue und rote Frucht. Süße, reife Brombeere, Schwarzkirschen, Veilchen, ein zarter verführerischer Hauch Vanille und Milchschokolade. Der vermeintlich kleinste und bescheidenste Wein des Weinguts ist definitiv ein aromatisches, duftiges Leckerli! Auch im Mund könnte dieser klar-fruchtige Dolcetto nicht trink-animierender sein. Schwarzkirschen, Heidelbeeren, Blaubeeren und saftige schwarze Himbeere mit Veilchen stellen sich zunächst in den Vordergrund. Aber hinter den verspielten, duftigen Aromen kommt die lineare, geradlinige Mineralik des Weins immer mehr zum Vorschein. Sie erinnert an Granit und Schiefer. Die klirrende Frische liefert eine hervorragende Balance im Mund. Das ist gar kein einfacher kleiner Dolcetto, sondern »serious business«! Dieser Wein macht Lust auf den nächsten Schluck und bringt unendlich viel Trinkfreude mit. 94/100

Jahrgangsbericht

2022 war in ganz Europa ein von Hitze und Trockenheit geprägter Jahrgang. Im Piemont fiel bereits im Winter 2021 kaum Schnee, und es regnete lediglich im Mai und dann wieder im August in sehr kleinen Mengen, was ein wenig zur Erleichterung der Reben beitrug. Vom Austrieb bis zur Lese verlief die Wachstumsperiode ungefähr zwei bis drei Wochen früher als im Durchschnitt. Dieses Jahr war also von extremem Wetter gezeichnet, aber glücklicherweise war es sehr regelmäßig und konstant heiß und trocken – vom Austrieb bis zur Weinlese während des »Indian Summer« – und es gab keine Hitzespitzen. Da die Trockenheit nicht plötzlich eintrat, bildeten die Reben dementsprechend kleinere Blätter und weniger Trauben aus. Vielleicht kamen sie deshalb so erstaunlich gut mit diesen erschwerten Bedingungen klar, weil sie sich seit dem Frühling langsam an diese Situation »gewöhnen« konnten.2022 kann unmöglich generalisiert werden, und jeder Wein verdient es, einzeln betrachtet zu werden. Die etwas kühleren Höhenlagen im Piemont sind häufig auch von durchlässigeren Böden geprägt und dieses Jahr aufgrund der Trockenheit deshalb nicht automatisch besser. So sind 2022 ton- und lehmhaltige Böden mit besserem Wasserhaltevermögen deutlich vorteilhafter als sandigere. Die sonst »besten« Cru-Lagen zeichnen sich durch ihre besonders »perfekte« Ausrichtung zur Sonne und somit noch wärmeren Temperaturen aus. Auch das Alter der Reben und die Herangehensweise jedes Weinguts in den Weinbergen konnte einen entscheidenden Unterschied machen. Wurde durch sanftes Entblättern der Sonnenschutz gewährleistet und die Böden nicht unnötig durch Pflügen geöffnet, was zum stärkeren Verdunsten von Wasser führt, hatten es die Reben bedeutend leichter. Aufgrund der Trockenheit bestand kein Krankheitsdruck, es gab weder Pilzkrankheiten noch Fäulnis, was die Arbeit während der Wachstumsperiode auch erleichterte. In Summe brachten die berühmtesten Lagen 2022 nicht automatisch die besten Weine hervor, wohl aber die kühleren und lehmigeren Böden mit gutem Wasserspeicher der »alten« Terroirs aus Castiglione, Serralunga und Monforte d’Alba, teilweise auch Verduno. 2022 ist laut Aussage von Luca Currado-Vietti vom qualitativen Potenzial her riesig, im Ergebnis aber wegen zweier fehlender Regenschauer im August und September und zwei Grad zu hoher Spitzentemperatur haarscharf unterhalb eines Jahrhundertjahrgangs hängen geblieben. Die Winzer, die viel Zeit in die Weinberge investierten und zudem bereits vor oder bei der Lese gnadenlos aussortiert haben, brachten die beeindruckendsten Weine hervor. Was nicht perfekt oder gar vertrocknet war, gelangte gar nicht erst in den Gärtank. Im Durchschnitt bedeutet das 15 bis 40 Prozent kleine Erträge gesunder und konzentrierter Trauben. Im Keller musste aufgrund des höheren Verhältnisses von Traubenschalen zum Saft sanft extrahiert werden; der Ausbau erfolgte oft ein paar Monate kürzer als sonst und somit etwas reduktiver, um die Frische der Weine zu bewahren.Der Jahrgang 2022 hat einen wunderbaren »Überraschungseffekt«, denn wer überreife Weine erwartet hat, wird das Gegenteil im Glas finden! Die Trockenheit bremste. Aber seit im Jahrgang 2003 ebenfalls Hitze auf Trockenheit traf, haben die Winzer viel dazu gelernt. Was bereits bei den Bordeaux Primeur Proben des Jahrgangs 2022 deutlich wurde, stimmt auch im Piemont: In der Spitze kann 2022 enorm was! Die Weine sind so konzentriert wie 2017, aber mit deutlich mehr Frische ausgestattet. Aromatisch sind sie herrlich intensiv und bereit, eine unwiderstehliche Performance abzuliefern. Die Struktur der Tannine hängt dabei von den oben genannten Faktoren ab. Es gibt strukturiertere Weine, die aber durch ihre Fruchtbalance dennoch meist durchaus harmonisch sind. Ich versichere, dass mit Offenheit ausgestattete Nebbiolo-Liebhaber dieses Jahr mit der ein oder anderen Neuentdeckung belohnt werden, denn 2022 gibt es durchaus viele hervorragende und gar überragende Weine im Piemont, auch wenn 2021 sicher über alle Regionen gesehen harmonischer und gleichmäßiger in seiner Weltklasse rüberkam.

91
/100

Jeb Dunnuck über: Dolcetto D'Alba Bricco Lago

A bright magenta ruby color, the 2022 Dolcetto D’Alba Bricco Lago is fruity and spicy with lifted aromas of crunchy mixed berries and fruit candied flowers, and a nice lift of spice. Like the 2023 that was tasted from barrel, this vintage also takes a page from the style book of cru Beaujolais and is bright and crunchy, with ripe tannins, a rocky texture, and a lot of crunchy fruit. Drink it over the next several years.

Mein Winzer

Cascina Penna-Currado

Der Hype um das neue Weingut Penna-Currado ist absolut berechtigt, denn mit Luca Currado Vietti steht eine lebende Winzer-Legende aus dem Piemont dahinter.

Dolcetto D'Alba Bricco Lago 2022