Mit diesem Wein wird die krasse Ernsthaftigkeit, mit der die Cantina della Volta ihre qualitativ hochwertigen Schaumweine erzeugt, eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Er besteht zu 100 Prozent aus der Rebsorte Lambrusco di Sorbara aus einer Lage auf Schwemmlandböden in der Nähe des Flusses Secchia. Durch rigorose Selektion wird nur das beste Lesegut verwendet. Nach der sanften Pressung wird der Grundwein im Stahltank vergoren, wo er neun Monate auf der Feinhefe lagert. Dann folgt die klassische Methode – das heißt, genau wie beispielsweise in der Champagne erfolgt eine zweite Gärung in der verschlossenen Flasche. Anschließend verbleibt dieser Stoff über drei Jahre auf der Hefe in der Flasche, bevor er Anfang 2025 degorgiert wurde. Die Mindestreifezeit für Jahrgangs-Champagner liegt bei 36 Monaten; hier liegen wir in den meisten Jahrgängen also darüber. Die Cantina della Volta bleibt natürlich ihrer Linie treu, und so sorgt auch der Rosé für ein völlig neues Geschmackserlebnis, wie man es von der Rebsorte Lambrusco niemals erwarten würde. Zartes, brillant leuchtendes Lachsrosa mit einem Hauch mehr Tiefe als bei einem klassischen Rosé de Provence. Die Noten von reifen Erdbeeren und kandierter Himbeere mit Blutorange sowie einem zarten Hauch Vanille und dehydrierter Orangenschale schweben, gepaart mit salzig-erdigem Kalkstein, beinahe schüchtern aus dem Glas. Die Nase täuscht jedoch, denn beim bloßen Riechen erwartet man einen sehr zarten Wein – bis zum ersten Schluck! Das ultrafeine Mousseux breitet sich wie ein Espuma mundfüllend auf der Zunge aus. Vibrierende rote Sauerkirschen, rote Johannisbeeren und Hagebutten auf einer Basis aus würzigem Salzstein steppen selbstbewusst über die Zunge. Wie immer bei der Cantina della Volta darf man sich auf die beinahe rieslingartige Frische verlassen, die es erlaubt, diesen Stoff sogar noch ein paar weitere Jahre im Keller zu vergessen. Die Aromatik ist – besonders wenn man die lange Zeit auf der Hefe bedenkt – erstaunlich fruchtklar; lediglich im Nachhall bleibt neben Bitter Lemon auch ein zarter Hauch Brioche auf der Zunge. Da will jemand zeigen, was in der Rebsorte Lambrusco steckt! Komplett andersartig im Vergleich zum Gros der Lambrusco-Weine und für mich persönlich der wahrscheinlich beste Lambrusco, den es gibt. Welch eine Schande, wenn man hier sieht, was möglich ist, und dabei bedenkt, was größtenteils aus Lambrusco erzeugt wird und das Ansehen dieser Weine negativ prägt