Lobenberg: Eine ganz kleine Parzelle mit Kalkstein, Lehm und Sand als Untergrund. Der Anteil des aktiven Kalksteins ist allerdings sehr hoch, wodurch letztlich auch die Expression des Weins bestimmt wird. Die Rebsorten sind Garnacha Blanca und Carignan Blanc, eine Rebsorte, die eigentlich so nicht zulässig ist, von Alters her aber hier steht, und auch als Selektion Masale wieder gepflanzt wird. Es gibt nur 2 Hektar. Die Reben sind relativ jung. Gepflanzt auf sehr alten Terrassen, das Ganze in Ostexposition, also nicht der Tageshitze ausgesetzt. Die Weine wachsen auf ungefähr 500 Meter Höhe, sehr hoch am Berg gelegen und dadurch sehr windig, sehr kühl. Das Ganze wird als Full Bunch in einer pneumatischen Presse gepresst, und dann komplett im Barrique vergoren und ausgebaut. Der Wein durchläuft keine malolaktische Vergärung, um die Frische zu erhalten. Der Ausbauprozess ist sechs Monate im Barrique, dann geht es in Holzfuder, und nach weiteren drei Monaten wird der Wein abgefüllt. Danach noch ein Flaschenlager zwischen sechs und zwölf Monaten, je nach Jahrgang. Die Nase ist seltsamerweise überhaupt nicht vom Holz geküsst. Eigentlich dachte ich hier, einen weißen Chateauneuf du Pape von Clos de Papes vor mir zu haben. Aber nichts dergleichen. Die weiße Carignan, die einen beträchtlichen Teil dieser Cuvee ausmacht, gibt eine Frische und hohe Mineralität. Im Mund sind wir dann ganz raus aus Chateauneuf. Wir haben vielleicht eine kleine Marsanne-Assoziation, also viel weiße Frucht, auch Flieder, eine fast an Kreide erinnernde Kalksteinmineralität, die alles dominiert. Dahinter noch ein bisschen Aprikose, weiße Johannisbeere, ein bisschen helle Grapefruit für die Frische. Aber die steinige Mineralität, auch Feuerstein, ist ganz klar die Dominante. Das Ganze aber schmelzig, cremig eingebunden, mit einer superben Länge. Für so jungen Reben ist das wirklich großes Kino. Das ist auf Schlag der Top-Wein bei Mas Alta. Früher gingen diese Reben in den normalen Artigas Blanco, allerdings wurden die besagten zwei Hektar herausgenommen, um diesen Weinberg besser darzustellen. Superber Start.
2023 war sehr warm, aber er ist deutlich kühler und balancierter als der noch heißere und trockenere 2022. Nicht so aufregend und extrem wie 2021, eher eine reife und harmonische Version von 2020. Und so ist 2023 durchaus eine Fortsetzung der so großen Jahrgänge seit 2019. Luis Gutierez, Parkers Mann für Spanien, fasst den Jahrgang 2023 anhand von Alvaro Palacios Weingütern ganz im Westen und ganz im Osten, somit Landesübergreifend so zusammen: 2023 was an even more generous crop than 2022 … the wines have better balance, and it doesn't feel like a warm year at all. In fact, the wines feel more like they come from a cool year. It's a vintage that has a tendency toward reduction, not as much as 2020, but still reductive. But it's an elegant, stony reduction...The quality of the 2023s is stunning. There is a level of precision, cleanliness, symmetry and elegance that, if the end of the élevage and the bottling goes as expected, I must conclude that 2023 might be the finest vintage ... There might be other individual wines that reach higher peaks, but as an overall portfolio, the vintage 2023 represents the strongest collection ever produced.