Bodegas Langa: Concejon Pi 3,14 2022

Bodegas Langa: Concejon Pi 3,14 2022

Concejon 100%
rot, trocken
15,5% Vol.
Trinkreife: 2025–2034
voluminös & kräftig
pikant & würzig
Lobenberg: 91/100
Suckling: 90/100
Spanien, Calatayud
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Concejon Pi 3,14 2022

91
/100

Lobenberg: Der Pi Tinto ist aus der Rebsorte Concejon (eine autochthone Rebsorte aus Calatayud), eine Mutation aus der Moristeltraube. Auf einem 3,14 Hektar großen Weinberg, hier erfolgt der Schulterschluss mit der Zahl Pi, wird die autochthone Rebsorte mit über 80 Jahre alten Rebstöcken angebaut. Die Weinbergsarbeit erfolgt organisch. Handernte und Vergärung mit den natürlichen Hefen im Zement, state of the art sozusagen. Ausbau für 12 Monate im französischen Barrique, der Holzeinfluss ist dank der rassigen Säure und des Tannins im Ergebnis zum Glück sehr moderat. Dann 6 Monate Vermählung im Stahl und weitere 12 Monate auf der Flasche bevor es zum Verkauf geht. Trinkfertig und lecker! Schwarz-Rubinrot mit blauen Reflexen. Die Blaubeerfrucht dominiert diese Neuentdeckung. Schwarze und rote Kirsche und klare rote Waldbeeren gesellen sich dazu, ein Hauch Erdbeere. Dann auch etwas Brombeere und Cassis, feine Krautwürze darunter, ein Hauch Milchschokolade. Ganz klar, ganz schnörkelloser Geradeauslauf, nie fett oder plump, sondern sich immer saftig und harmonisch zeigend, leichte Bitternoten im Abgang verleihen eine angenehme Frische. Mehr davon!

Jahrgangsbericht

Da ich als zuständiger Weinscout inzwischen einen Teil meiner Jahreszeit in Spanien verbringe, bin ich über Wetter und Klima vor Ort permanent gut im Bilde. Trockenheit, Hitze, wenige guten Regenfälle vor allem in den ersten 4 Monaten. Weil es im Winter wie auch im März April satt Regen gab, war die Basis für den trockenen Sommer perfekt. Und Wärme gab es auch zum Austrieb und auch zur Blüte, sich wie ein roter Faden bis zur Ernte ziehend. Dazu erstaunlich kühle Nächte im Mai, Juni, Juli und August, aber ein eher warmer trockener Spätsommer und Herbst. Die Story der großen Trockenheit wurde mir von jedem Winzer immer wieder erzählt. Und diese Story ist oft baugleich zu Bordeaux, das ja oft die gleiche Wetter- und Klimageschichte wie alle mittleren und östlichen Nordregionen Spaniens über das Jahr hat. Selbst die atlantischen frühen September-Unwetter und Regenmengen in Bordeaux und der Rioja bleiben seit dem Klimawandel oft aus, fast immer kann jetzt im September und Oktober in Ruhe bis zum optimalen Erntezeitpunkt gewartet werden. Die Ernte wurde nach etwas glücklichem kleinen Regen im Juli und August somit teilweise über 6-8 Wochen gestreckt. Die absolute Besonderheit in 2022 war aber auch in Spanien der kontinuierliche Verlauf der Trockenheit und Hitze und die relativ kühlen Nächte über das sommerliche Weinjahr. Die Reben waren 2022 perfekt assimiliert an das Klima. Trotz der Hitze war nichts gekocht, die Laubarbeit und Bodenbearbeitung der Winzer war dem Klima über die Jahre perfekt angepasst, eine perfekte Anpassung der Reben fand statt, war ganz anders als im von plötzlichen Hitzewellen dominierten Schock-Jahr 2003 mit schlecht präparierten Winzern und Weinbergen. Und auch 2022 gibt es, wider Erwarten von uns Laien, trotz oft hoher Alkoholgradationen eine erstaunliche Frische in den Weinen. Tiefe PH-Werte sind die Regel, die Biodynamiker sprechen von den tiefsten je gemessenen Werten. In Zusammenhang mit oft hohen Tanninlevel, hoher Reife, satter samtig seidiger Frucht, hohem Alkohol und zugleich famoser Säure, sprechen viele Winzer vom besten Jahr ihrer Geschichte (Oxer, Artadi und Cuentavinas), und das von der Rioja bis Ribera, vom Priorat bis Bierzo. ALLE Regler nach rechts! Und es gibt 2022 eine grandiose Harmonie und Balance und sensationelle Finesse und Feinheit. Wie in Bordeaux. Nach meiner Verkostung kann ich das durchaus in vielen Fällen bestätigen, obwohl es auch 2021 hochinteressante, oft sogar aufregendere und energiegeladenere Weine und oft sogar präzisere Weine gab. Für mich selbst war, von Einzelfällen abgesehen, 2021 und 2022 bei absolut verschiedenem Charakter eher auf gleicher Höhe, manchmal sogar mit leichtem Vorteil bei 2021. Wer z.B. 2022 bei so viel Feinheit zu viel neues Holz einsetzte oder die Weine zu lange im Holz ließ, konnte die Weine mit ihrer samtigen Seidigkeit auch mal zu »nett«, zu holzlastig und auch manchmal etwas belanglos ausfallen lassen. 2021 hatte klar mehr Druck und Wucht, um neues Holz wegzudrücken. Und wie in Bordeaux gilt auch in Spanien: Die besten Terroirs und alten Reben waren 2022 dramatisch im Vorteil und die Biodynamiker hatten »das Jahr der Jahre«.

90
/100

Suckling über: Concejon Pi 3,14

-- Suckling: Peppery dark cherries and blackberries with a touch of iron and graphite. Pretty full-bodied on the palate with firm, lightly chewy tannins and a solid, medium-long finish. Slightly rustic, but well made. Better in 2025.

Mein Winzer

Bodegas Langa

Seit ihrer Gründung im Jahr 1867 ist die Bodegas Langa ein echter Familienbetrieb. Juan José Langa führt sie bereits in der fünften Generation.

Concejon Pi 3,14 2022