Auf fast 1000 Metern hoch gelegenem Kalkstein im Dorf Fuente Alamo gewachsene Reben mehrerer kleiner Plots. Uralte Reben. Buschwein. Nord- und Westexpositionen. Gemischter Satz. Ungepropft, zum Teil sogar prephyloxera. Ertrag unter 20 hl/ha. Die Reminiszenz an die Altvorderen, so war Wein vor Jahrhunderten. Handlese. Zum Teil unentrappt spontan vergoren. Auf einen schneereichen kalten und nassen Winter folgte ein nasses Frühjahr, die Böden waren mit Wasser gesättigt. Späte Blüte. Perfekt für den nun folgenden trocken heißen Sommer, kurz Mitte September durch zwei Regentage unterbrochen, alles kam wieder in Schwung für die finale Reife und die Erntesaison. Auch der Jahrgang repräsentierte im Sommer die perfekte Vergangenheit. Kalte Nächte, heiße Tage und Kalkstein-Terroir. Dazu ungepropfte uralte Reben im gemischten Satz, neben der dominierenden Monastrell noch Bobal und Moravia und diverse autochtone rote und weiße Reben. Handlese alle Reben gleichzeitig, zum Teil unentrappt zusammen spontan vergoren, vor und während der Gärung keinerlei Schwefelzugabe, erst zur Füllung. Fermentation in offenen alten Barriques und offenen Holzgärtsändern, Ausbau in 5000 und 1000 Liter Holzfässern. Ungefiltert gefüllt. Der Wein präsentiert sich kirschrot und überaus duftig. Kirsche, Feuerstein, Marzipan, Minze, Fruchtkaltschale, getrocknete Blaubeerschalen. Erinnert an Nordrhone und Barbaresco, in seiner Feinheit und kirschig würzigen Duftigkeit, aber auch stark an Nerello Mascalese vom Etna. Im Mund zupackend feurig fruchtig und ultrazart zugleich. Zu fein und fruchtig und zu finessenreich um den Vergleich zur Rhone und Piemont aufrecht zu erhalten, Nerello vom Etna zusammen mit Frontonios Grenache aus Arragon. Berauschend in der Frucht und Intensität, geniale Frische dazu. Mit seinem würzig fruchtigen Charme eine Ode an die Freude. Alle Schattierungen der Kirsche nebst roter Johannisbeere und salzigem Kalkstein haften für Minuten. Fast zu unikathaft um als Essensbegleiter zu dienen, eher allein mit einem großen Glas kühl zu genießender feiner Traumstoff.
2024 startete mit viel Wasser ins Jahr, hervorragende Auffüllung aller Speicher. Das Frühjahr brachte immer noch Regen und manchmal Kühle, Verrieselung der Blüte und Kampf gegen Pilze. Das bedeutet insgesamt geringer Ertrag. Ein moderater Sommer war perfekt für ein frisches Ergebnis, im Spätsommer und Herbst folgten einige Regenfälle. Wer vor der zweiten Oktoberwoche mit den schweren Regenfällen alles gelesen hatte (ALLE Topwinzer lesen inzwischen spätestens Anfang Oktober) hatte ein superbes Ergebnis. Rassige, frische Weine wie 2021, Cool Climate, vibrierende Rotweine und aufregende Weißweine. 2024 ist bei den besten Winzern Spaniens ein großes Jahr wie 2021. Schlanker und kühler als das opulentere 2023, reifer und zugleich frischer als das überheiße und blockierte 2022, aufregender und vibrierender als 2018 bis 2020. In der Klasse sicher so groß wie 2016 und 2019, eher noch etwas spannender und schicker, wie gesagt mit sehr viel Parallelen zu 2021.