Die Reben sind 1964 gepflanzt, richtig dicke, knorzige Stöcke. Das war ein Weinberg vom Silvaner-Papst Michael Teschke, der sein Weingut aufgegeben hat. Bischel hat die Chance genutzt und diese ökologisch bewirtschaftete Top-Parzelle übernommen. Nach einer gewissen Maischestandzeit wird komplett in burgundischen Barriques spontan vergoren und ausgebaut, rund 25 Prozent neues Holz. Ertragsreduktion und späte Lese, um eine gute Reife zu erhalten. Die Nase ist faszinierend, tief und reich, aber auch voller Finesse und Spannung. Komplett durchgegoren auf unter 1 Gramm, knochentrocken. Die Reife war für das kühle Jahr schon ziemlich hoch, der Wein hat eine ungeheuerliche Dichte. Köstliches Holz, das freut jeden Burgundfan, sehr elegant eingebunden, nasser Stein, Flechten, Kombu-Algen, Quittenschale, Nelkenpfeffer. Tolle Würze und Dramatik, ich liebe diesen dunklen, herben Charakter von 2024. Vielschichtig, seidig, dramatisch tief und faszinierend in seiner ganzen Art. Das erinnert schon deutlich an die Silvaner von Teschke, die ja neben Saalwächters wohl die Besten Rheinhessens waren – und bei Bischel setzt sich diese Erfolgsstory glücklicherweise fort. Ein großer Wurf aus diesem Cool Climate-Jahr, ich schätze das Potenzial dieses Silvaners auch auf viele Jahre. Ich bin sehr verblüfft von diesem Stoff.