Benoit Girardin ist einer der Rising Stars des jungen Burgunds. 2020 war der erste Jahrgang seiner eigenen, neu gegründeten Domaine, nachdem er einige Weinberge aus der Domaine des Vaters in Santenay übernommen hat und ein paar weitere hinzukaufen konnte. Insgesamt 8 Hektar umfasst seine neue Domaine nun. Die Girardin-Familie ist ja weitreichend bekannt und lange etabliert im Burgund, nun startet der jüngste Spross also sein Projekt und kommt direkt mit großer Qualität auf den Markt, denn die Reben sind alt und die Weinberge schon seit Jahrzehnten top bewirtschaftet. Reine Spontangärung in drittbelegten Barriques, Ausbau für 18 Monate auf der Hefe. Sehr dichter, druckvoller Wein mit Mirabelle, Haselnuss und zartem Hefetouch. Fantastische Mischung aus salzigem Kalkstein und schönem Fleisch in der Mitte. Lang und saftig, bereits in der Jugend zugänglich. Durchaus schick, 2022 war der allererste Jahrgang in Meursault für Girardin und schon jetzt ist das super gut.
2024 markiert die Rückkehr zu einem sehr klassischen, fast schon nostalgischen Stil. Die Weine sind deutlich kühler, straffer und mineralischer als in den Vorjahren. Mit moderaten Alkoholgraden zwischen 12 % und 13 % vol. erinnert der Jahrgang an die »gute alte Zeit« des Burgunds. Besonders die Weißweine bestechen durch einen laserartigen Fokus und eine berstende, kristalline Mineralität, die an das exzellente Jahr 2014 erinnert. Ein Jahrgang für Puristen, die Struktur und Kante über cremigen Charme stellen. Der Jahrgang 2024 war ein hartes Stück Arbeit für die Winzer. Starke Frostschäden und ein sehr regenreiches Frühjahr und massiver Mehltaubefall führten zu drastischen Ertragseinbußen, besonders an der Côte de Nuits. Ein »goldener September« rettete zwar die Qualität der verbliebenen Trauben, doch die Mengen bleiben extrem klein. Die Qualität variiert stark je nach Lage und Geschick des Winzers. Wer jedoch bei den Top-Produzenten fündig wird, erhält tiefgründige, charakterstarke Weine von großer Eigenständigkeit und Raritätswert.