Lobenberg: Das Weingut Cogno verfügt über circa 12 Hektar Rebfläche. Historisch war das Weingut in La Morra angesiedelt. Die jetzige Besitzerin, Nadia Cogno, ist mit ihrem Mann Valter Fissore und ihrem Vater nach Novello umgezogen, weil die frühere Verbindung mit einem Partner, Marcarini, zerbrochen war. Die Cognos haben dann in Novello ein Haus gekauft und renoviert. Hier verfolgt man die ganz traditionelle Barolo-Machart, mit langer Mazeration der Maische und einem Ausbau in großen Fässern aus slawonischer Eiche. Ein Teil der Trauben wird vor der Gärung entrappt, der Rest geht als Ganztrauben in die Fermentation. Das Ganze wird für rund zehn Tage im Stahl vergoren, bei ungefähr 40 Gramm Restzucker wird der klassische Barolo-Hut heruntergedrückt. Nicht mehr wie früher mit Holz, sondern mit einem Netz. Der ganze Trester verbleibt ungefähr 30 bis 40 Zentimeter unter der Flüssigkeitslinie, dort wird die Fermentation weitere sieben Wochen fortgesetzt. Das ist die ganz historische Barolo-Herstellung, wie sie eben auch bei Bartolo Mascarello, Giuseppe Mascarello und anderen Traditionalisten gemacht wird, weil ganz am Ende die Tannine zwar reichlich sind, aber sie werden extrem fein und damit die Weine auf lange Sicht finessenreicher – auch wenn sie etwas länger brauchen, um zugänglich zu werden. Eine Methode, wie sie nur noch bei den Traditionalisten in Barolo und Barbaresco fortgeführt wird. Der Vigna Elena stammt aus einem kleinen, ein Hektar großen Plot, der mit einem speziellen Nebbiolo-Klon bestockt ist. Es ist der Nebbiolo-Klon Rosé (hat aber nichts mit der Weinart Rosé zu tun). Sehr kleine Erträge, es gibt jährlich nur 3.000 Flaschen von diesem Vigna Elena. Er bleibt drei Jahre im Holz und drei Jahre auf der Flasche. Der 2015er wird also erst 2021 auf den Markt kommen. 2015 kommt der Feinheit vielleicht nicht so sehr entgegen wie 2016 und noch mehr 2017. Aber wir haben hier eine ganz hervorragende Balance. Die Wärme aus 2015 mit der extremen Feinheit dieses Klons und dem geringen Ertrag. Das ergibt eine spielerische Leichtigkeit der Extraklasse. Eine bezaubernde Schönheit! Der Wein ist nicht trinkreif, aber trotzdem so einnehmend und er zeigt so viel Charme in seiner unendlichen Feinheit. Im Vergleich zu den Chambolle-artigen 2016 und 2017 ist 2015 sicherlich eher etwas reicher und wärmer. Eher ein Gevrey-Chambertin als ein Chambolle-Musigny. Aber großes Kino allemal! Rote Frucht, fein, lang und verspielt. Auch innerhalb der 2015er gehört dieser Wein von Cogno in die allererste Reihe. 98-99/100