Die Villa Cigliano war von 1546 bis 1800 der historische Wohnsitz der Familie Antinori in der Nähe von Florenz, bis das Anwesen schließlich verkauft werden musste. Hier wurden die ersten Reben gepflanzt und hier begann die aufregende Erfolgsgeschichte der Winzer-Dynastie. Im Jahr 2020 konnte die Familie das Gut – über 200 Jahre später – endlich zurückkaufen. Die Weinberge sind auf sanft rollenden Hügeln in 250 bis 420 Höhenmetern angelegt, hauptsächlich auf Schwemmsand, Kies und Tonböden mit Kalkstein-Einsprengseln. Es ist der einzige Chianti Classico Gran Selezione von Antinori, der in neuen Barriques ausgebaut wurde. Im Vergleich zu den kühlen Höhenlagen des San Sano herrscht hier ein wärmeres, eher kontinentales als mediterranes Mikroklima. Die Trauben werden in der Regel zwei Wochen vor denen des San Sano gelesen. Der Wein steht in leuchtendem Rubinrot im Glas. Die Nase wirkt ätherisch und tief, beinahe sogar mystisch. Der Wein wirkt im Alter von etwas über drei Jahren schon perfekt zugänglich, dabei ist er immens vielschichtig und mit schöner Würze ausgestattet. Die Aromen sind erstaunlich dunkel mit reifen Pflaumen, Brombeeren und etwas Vanille, aber auch sehr würzigen Noten wie Fleischbrühe. Im Mund besitzt der Stoff eine großartige Spannung und Frische. Saftige Heidel- und Brombeeren treffen auf viele reife und geschliffene Tannine. Im Nachhall bleiben rote Aromen wie Johannisbeeren und Himbeeren, weißer Pfeffer, 100-prozentige Schokolade und salziger Kalkstein auf der Zunge. Trotz dieser ausgeprägten Würze ist der Cigliano mit einer opulenten Saftigkeit ausgestattet, die den Wein bereits deutlich früher zugänglich macht als den spannungsgeladenen San Sano oder den komprimierten Buiano. Es ist nicht anders zu erwarten bei der Expertise der Familie Antinori – dieser Stoff ist echt klasse!