Anselmo Mendes genießt einen hervorragenden Ruf für seine Alvarinho und Vinho Verde Weine aus der nordportugiesischen Region Minho. Seine Weine zeichnen sich durch Authentizität und Bodenständigkeit aus, mit einer kraftvollen, unverfälschten Frucht, die das Terroir direkt widerspiegelt. Er gilt in Portugal als einer der talentiertesten Winzer und Weinbergsmanager. Sein enger Freund Dirk Niepoort ergänzt diese Stärken perfekt: Mit gezieltem Rebschnitt, niedrigeren Erträgen und Fokus auf Mineralität verleiht er den Weinen zusätzliche Eleganz, Ausdruckskraft und Feinheit. Gemeinsam verfolgen die beiden ein Modell, das bereits in Kalifornien oder bei Michel Tardieu an der Rhône erfolgreich praktiziert wird: Man identifiziert die besten Parzellen eines erfahrenen, befreundeten Winzers, also mit optimalem Terroir und reifen Reben, unterstützt gezielt im Weinberg, begleitet die Ernte und steuert alle Schritte im Keller. So entsteht Weltklasse. Ein perfektes Zusammenspiel. Win-win. Der Wein wird nur im Stahl vergoren und ausgebaut mit langem Hefelager. Nur geringer Schalenkontakt. Die Nase des von Steinobst geprägten Weins zeigt Salz und Mineralik im ersten Duft, aber durchaus elegant und moderat. Dirk mag keine kitschige Frucht, er will Eleganz, Terroir und Mineralik vor der Frucht bei all seinen Weinen. Und Dirk liebt, anders als ich, den Loureiro mehr als den Alvarinho. Warum? Weniger vordergründige Frucht, ausgeprägtere, sehr subtile Mineralität und hohe Eleganz im grandiosen Trinkfluss. Deutlich feiner als der Alvarinho, das gebe ich zu, auch weniger Zitrus und mehr Feuerstein und Steinobst. Aber auch aromatisch wie ein Vermentino. Im Grunde zwei Weine auf Augenhöhe mit anderer Schwerpunktsetzung. 90+/100