Das Weingut Kollwentz, welches unter seinem alten Namen »Römerhof« schon seit Jahrhunderten in Großhöflein existiert, hat sich im 20. Jahrhundert still und heimlich zu der österreichischen Spitze hochgearbeitet. Ihre Lagen, oder wie man in Österreich sagt: Rieden, sind bereits seit dem Mittelalter urkundlich erwähnt, doch dass aus diesen Rieden mal Weine von Weltklasse-Format werden, hat die Welt vor allem Anton Kollwentz zu verdanken. Die Grundlage des Erfolgs liegt allerdings an den Südhängen des Leithagebirges, wo Kollwentz die meisten seiner Rieden besitzt. Anton Kollwentz übernahm das Weingut 1966 und begann sofort damit, seiner Kreativität freien Lauf zu lassen. Er pflanzte die erste Ertragsanlage für Zweigelt im Burgenland und begann schnell mit neuen französischen Holzfässern zu experimentieren. Bereits damals schuf er die heute legendäre Cuvée Steinzeiler aus Blaufränkisch, Zweigelt und Cabernet Sauvignon, den er auch sehr früh im Burgenland etablierte.
Der Generationenwechsel ist im Hause Kollwentz vorzüglich gelungen, denn seit 2004 leiten Andi Kollwentz und seine Frau Heidi das Weingut nun schon. Seitdem hat sich das Weingut stetig weiterentwickelt. Immer mit dem Ziel, das Bestmögliche aus den Trauben und Lagen herauszuarbeiten. Für Andi Kollwentz gilt: »Die Riede bestimmt die Wahl der Rebe« und das beschreibt die Philosophie und den Stil des Weinguts schon sehr gut, denn im Kern des Schaffens liegt das Burgenland, besonders das Leithagebirge und der Neusiedlersee. Der Neusiedlersee reguliert das Klima und sorgt so für kalte, aber schneearme Winter und heiße, aber trockene Sommer. Unweit vom See beginnt das Leithagebirge mit seinen sanften Hügeln. Besonders die Höhe der Hänge macht für die Rieden den Unterschied: Von 170 Metern über dem Seespiegel auf bis zu 325 Meter darüber liegen die Rieden von Kollwentz. In den meisten Fällen sind es die Rotweinsorten, die aufgrund der Wärme eher nah am See wachsen, ungefähr 200 Meter darüber. Über 200 allerdings beginnt das Reich der weißen Rebsorte, vor allem des Chardonnays, der von dem einzigartigen Mikroklima profitiert. Durch die Höhe und den Einfluss der Wälder können die Trauben hier oben ganz langsam zu voller Reife kommen und behalten dabei ihre markante Säure.
Das Portfolio des Weinguts profitiert heutzutage sehr von der frühzeitigen Sortenbereinigung des alten Anton Kollwitz. Bereits in den 80ern und 90ern setzte man konsequent auf Chardonnay, Sauvignon Blanc, Weißburgunder und Welschriesling auf weißer und Cabernet Sauvignon, Blaufränkisch und Zweigelt auf Roter Seite. Die Spitze der Hauseigenen Hierarchie stellen definitiv der Chardonnay Leithaberg und die Lagen Point, Haussatz und Setz in Rot dar, wirklich Weltklasse! Die Genauigkeit und Sauberkeit der Arbeit im Weinberg und im Keller ist das gemeinsame Credo beider Generationen. Das Ergebnis sind Spitzenweine, die regelmäßig Top-Bewertungen erhalten und deren Erfolg international zurecht ungebrochen ist.
