Kleiner Betrieb? Ja, jedenfalls klein im Sinne der produzierten Menge, lediglich 1-3 Fässer werden pro Lage ausgebaut. Groß ist allerdings nicht nur die Reputation von Lucien Le Moine, sondern auch die Weine. Mounir Saouma stammt ursprünglich aus dem Libanon, wuchs mit seinem Onkel, der Abt war, in einem Kloster nahe Jerusalem auf. Heute lebt und arbeitet er mit seiner Frau Rotem in Beaune.
Ganze elf Grand Cru Lagen werden in den meisten Jahren im Keller des Ehepaars in Beaune ausgebaut. Doch nicht in allen Jahren reicht die Qualität des Mostes den studierten Önologen aus, um diese aufzukaufen. Denn Lucien Le Moine besitzt keine eigenen Weinberge, sondern kauft jedes Jahr Most ein, zumeist von Winzern, mit denen das Weingut seit Jahrzehnten zusammenarbeitet. Der Most wird Jahr für Jahr direkt nach dem Pressen probiert und anschließend entschieden, ob er den hohen Ansprüchen des Hauses genügt. Ausgebaut werden nur Premier Crus und Grand Crus, denn die Maxime ist, entsprechende Terroirs und die jeweiligen Jahrgänge herauszuarbeiten.
Our commitment is to produce wines of exceptional purity. We aim to make each wine an accurate and focused expression of its origin, that unique quality the French call « terroir ».
Die Fässer sind absolute Besonderheiten, denn Lucien Le Moine ist das wahrscheinlich einzige Weingut, das lediglich Fässer aus Eichen benutzt, die im Jupilles Wald wachsen. Die Eichen wachsen hier noch langsamer, als beispielsweise die weltberühmten aus den Allier Wäldern. Das sorgt dafür, dass die Poren des Holzes super fein sind, die Mikrooxidation findet dadurch noch langsamer statt, das Tannin aus dem Holz bindet sich noch langsamer in den Wein ein und das Gesamtprodukt wirkt eleganter. Die Fässer sind auch nur leicht getoastet, daher ist kein geschmacklich merkbarer Holzeinfluss in den Weinen von Lucien Le Moine. Um die Weine vor Oxidation zu schützen und stabiler zu machen, werden sie zu 100 Prozent auf der eigenen Hefe gereift, es wird weder abgezogen noch filtriert. Die Weine bekommen dadurch zudem eine andere Viskosität, sie erscheinen cremiger, ohne ihre Frische zu verlieren. Die gelegentliche Batonnage, also das Aufrühren der Hefen mit einem Holzstab soll die Weine zudem charakterstärker und langlebiger machen. Und obwohl die Weine bei Lucien Le Moine auch bevor sie auf die Flasche kommen weder filtriert oder geschönt werden, sind sie nie trüb, denn der lange Ausbau sorgt dafür, dass sich die Hefe absetzen und der Wein sauber auf die Flasche gezogen werden kann. Das Ergebnis lässt sich sehen, die Weine sind nicht nur gefragt, sondern auch geschmacklich absolute Meisterwerke, state of the art Burgunder, irgendwie oldschool, aber dennoch mit einem modernen Touch.
