Ein Tempranillo mit kleiner Beigabe von 5% Viura, also weißen Trauben. Nicht nur an der Côte-Rotie der Nordrhône, sondern auch in der Rioja und der Ribera del Duero ist das nicht unüblich. Bereits der Basiswein zeigt, warum vor allem in den Hochlagen der Rioja Alavesa die Zukunft dieser prestigeträchtigen Region liegt. Die kühlen Nächte hier oben lassen eine einzigartige Frische, eine Reintönigkeit der Frucht und wunderbar floral-verspielte Aromatik entstehen. Deutlich Veilchen zur Schwarzkirsche, auch Blaubeere, nur ganz zart pflaumige Anklänge darunter, insgesamt viel strahlend-frische Frucht, animierend und glockenklar. Und ebenso brillant geschliffen und saftig zeigt sich der Mund, dunkle Waldbeeren und eine feinkörnige, aber keineswegs weichgespülte Tanninstruktur machen den Qualitäts- und Reifeanspruch von Artuke schon im Basissegment klar. Ein wunderschöner, sogar leicht salziger, präziser Hochlagen-Tempranillo voller Frucht und ganz ohne Holzeinfluss. Burgund trifft auf Beaujolais und auf Tempranillo, verblüffend schöne, intensive und feine Kirschfrucht, begeisternd.
2024 startete mit viel Wasser ins Jahr, hervorragende Auffüllung aller Speicher. Das Frühjahr brachte immer noch Regen und manchmal Kühle, Verrieselung der Blüte und Kampf gegen Pilze. Das bedeutet insgesamt geringer Ertrag. Ein moderater Sommer war perfekt für ein frisches Ergebnis, im Spätsommer und Herbst folgten einige Regenfälle. Wer vor der zweiten Oktoberwoche mit den schweren Regenfällen alles gelesen hatte (ALLE Topwinzer lesen inzwischen spätestens Anfang Oktober) hatte ein superbes Ergebnis. Rassige, frische Weine wie 2021, Cool Climate, vibrierende Rotweine und aufregende Weißweine. 2024 ist bei den besten Winzern Spaniens ein großes Jahr wie 2021. Schlanker und kühler als das opulentere 2023, reifer und zugleich frischer als das überheiße und blockierte 2022, aufregender und vibrierender als 2018 bis 2020. In der Klasse sicher so groß wie 2016 und 2019, eher noch etwas spannender und schicker, wie gesagt mit sehr viel Parallelen zu 2021.